Kommentar
Spitzen-Genossen-Theater: Nicht Andrea Nahles, sondern Olaf Scholz

Das Drunter und Drüber in der SPD will einfach kein Ende finden – Chaostage, nein, Chaoswochen pur. Als wären desaströse Wahlniederlagen, quasi erzwungene Koalitionsverhandlungen sowie persönliche Wortbruch- und Rücktrittsdramen allein nicht schon genug, manifestiert sich der offenkundige Entfremdungsprozess zwischen der sozialdemokratischen Parteibasis und der SPD-Führung nun auch noch in Satzungs­fragen. 

Dienstag, 13.02.2018, 19:02 Uhr

Kommentar: Spitzen-Genossen-Theater: Nicht Andrea Nahles, sondern Olaf Scholz
Andrea Nahles und Olaf Scholz äußern sich nach den Sitzungen von SPD-Präsidium und Parteivorstand im Willy-Brandt-Haus. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Nicht etwa beim Spiegelstrich-Klein-Klein, nein, bei der Nominierung einer kommissarischen Partei-Vorsitzenden. Die Basis rebelliert, wann immer es nur geht. Eine Vertrauenskrise von unfassbarem Ausmaß.

In der Tat wirft der gesunde Menschenverstand die Frage auf, warum nicht jemand aus der Riege der ­stellvertretenden Parteivorsitzenden für eine Übergangszeit einspringt, wenn der Chef schwächelt. Andrea Nahles ist weder Partei-Vize, noch gehört sie dem vielköpfigen Parteivorstand an. Dass sie, ausgestattet mit der Machtfülle einer Fraktions- und Parteivorsitzenden, den SPD-Karren aus dem Dreck ziehen soll, dürfte unbestritten sein.

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Deshalb traf das Aufmucken der Basis – das gilt auch für die Flensburger Gegenkandidatur – nicht ihre Person, sondern das Verfahren. Nun also muss allen Plänen zum Trotz Olaf Scholz ran. Warum nicht gleich so? Die Genossen haben die Nase voll vom Theater ihrer Spitzen-Genossen.

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