Pro & Contra
Debatte um kostenlosen Nahverkehr entbrannt

Der Bundesregierung ist eine Überraschung gelungen: Ihr Vorschlag für kostenlose Busse und Bahnen lässt Fahrgäste hoffen. Doch die Umsetzung ist ein langer Weg. Ein Pro und Contra zu Thema.

Mittwoch, 14.02.2018, 21:02 Uhr

Pro & Contra: Debatte um kostenlosen Nahverkehr entbrannt
Fahrscheinlosen Busverkehr gibt es bereits in manchen kleineren Kommunen. In Angela Merkels Heimat Templin klappt das sehr gut. Foto: dpa

Pro: Sozial gerechte Variante

Der kostenlose Nahverkehr ist ein guter Weg, den kompletten Verkehrskollaps in deutschen Großstädten zu verhindern. Er würde nicht nur die chronisch verstopften Straßen entlasten, sondern zeitgleich für sauberere Luft in den Innenstädten sorgen. Zudem handelt es sich um eine sozial gerechte Variante der Verkehrssteuerung, von der die Menschen einkommensunabhängig profitieren.

Die zusätzlichen Kosten, die wahrscheinlich über Steuern umgelegt würden, sind zwar nicht wegzudiskutieren, aber nicht so hoch wie es der wirtschaftliche Schaden bei drohenden Fahrverboten wäre. Autofahrer sparen sich zudem Spritkosten, Parkgebühren und jede Menge Nerven.

Mirko Heuping

Viel zu teuer

Der Vorschlag, die Bürger in Deutschlands Städten kostenlos den öffentlichem Nahverkehr nutzen zu lassen, ist nicht an­nähernd finan­zierbar. Allein in Hamburg, so rechnen die dortigen Verkehrsbetriebe vor, würden Gratisfahrten für alle jährlich so viel Geld verschlingen wie der Neubau der Elbphilharmonie.

Klar ist damit, dass die Idee der Bundesregierung, Fahrten mit dem ÖPNV kostenlos anzubieten, nur eine Beruhigungspille für die EU sein soll, um harte Maßnahmen gegen die Abgas-Wolken in manchen Metropolen zu verhindern. Letztlich sollte kein Bürger ein Interesse an einem solchen Schritt haben. Denn: Als Steuerzahler würde jeder massiv zur Kasse ge­beten.

Jürgen Stilling

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