Kriminalität am Bahnhof Polizeipräsident sieht keinen Brennpunkt an der Windthorststraße

Münster -

Die Polizei sieht auf der Windthorststraße keinen Kriminalitätsschwerpunkt – und legt Zahlen für 2016 vor. Dennoch begrüßt Polizeipräsident Kuhlisch den runden Tisch des Oberbürgermeisters zum Thema.

Wie sicher ist die Windthorststraße? Darüber wird aktuell kontrovers diskutiert. 
Wie sicher ist die Windthorststraße? Darüber wird aktuell kontrovers diskutiert.  Foto: Oliver Werner

„Auch wenn die objektive Kriminalitätslage sich von der gefühlten Sicherheit klar unterscheidet, kann ich das Unbehagen vieler Menschen nachvollziehen", erklärte Polizeipräsident Hajo Kuhlisch aus Anlass der aktuellen Debatte um das Thema Sicherheit auf der Windthorststraße. „Deshalb ist es auch richtig, mit den Menschen im Gespräch zu bleiben. Insofern unterstütze ich auch die Initiative des Oberbürgermeisters.“ Am Vortag hatte OB Markus Lewe erklärt, einen runden Tisch zur Windthorststraße einzuberufen.

Gewaltkriminalität rückläufig

„Bahnhofsviertel sind selten die Flaniermeilen der Städte, gefühltes Unbehagen kann sich hier durchaus einstellen", so der Polizeipräsident in einer Mitteilung. „Der kriminalpräventive Rat hat deshalb auf Anregung der Polizei im November 2016 beschlossen, die Sicherheitsfragen rund um den Hauptbahnhof auch vor dem Hintergrund der anstehenden Bahnhofseröffnung bereits zu Jahresbeginn 2017 intensiv zu beraten.“

Die Präsenz der Polizei in der Innenstadt, am Hafen und im Bahnhofsumfeld hat sich laut Kuhlisch bewährt. Die Gewaltkriminalität – also schwere und gefährliche Körperverletzungen und Raubtaten – ist laut Polizei seit Jahren rückläufig und erreichte 2015 den geringsten Wert im Zehn-Jahres-Vergleich. Die Arbeit der Polizei müsse gerade im Bahnhofsumfeld eine entsprechende Unterstützung durch die städtebauliche Gestaltung erfahren.

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Videoüberwachung nicht möglich

Für geforderte Videokameras im Umfeld des Hauptbahnhofs wie auf der Windthorststraße gibt es nach Ansicht Kuhlischs keine rechtliche Möglichkeit. „Es gibt keinen Kriminalitätsschwerpunkt Windthorststraße.“ Dadurch fehle es nach geltendem Polizeirecht an einer wesentlichen Voraussetzung.

2016 gab es zehn Körperverletzungen auf der Windthorststraße, vom Anrempeln bis zum Faustschlag. Acht Fahrräder wurden entwendet, fünf Einbrüche, sechs Diebstähle durch Antanzen und sechs Sachbeschädigungen wurden angezeigt. Die Zahlen seien mit anderen Orten in der Stadt vergleichbar, so die Polizei.

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