Schwarz-grüner „Masterplan Verkehr“ Millionen-Maßnahmen gegen den Kollaps

Münster -

50 Millionen Euro will die Ratsmehrheit aus CDU und Grünen in den kommenden vier Jahren im Zuge des „Masterplans Mobilität“ bereitstellen. Es soll an mehreren Stellschrauben gleichzeitig gedreht werden.

Von Dirk Anger
 
  Foto: hpe

Im Frühsommer überlagerte in der öffentlichen Debatte das Schlagwort der „City-Maut“ das ambitionierte Ziel des schwarz-grünen Ratsbündnisses, eine zukunftsfähige Verkehrsinfrastruktur für die wachsende Stadt Münster auf die Beine zu stellen. Inzwischen scheint bei vielen die Einsicht gewachsen zu sein, dass sich der Verkehrskollaps in der Domstadt künftig nur noch vermeiden lässt, wenn an mehreren Stellschrauben gleichzeitig gedreht wird.

Keine größeren Straßen in Aussicht

Denn neue und größere Straßen, die die Autos in Münsters Zentrum lotsen, wird es wohl nicht mehr geben – was auch Ausfluss des historisch gewachsenen Stadtkerns mit seinen bisweilen schmalen Straßenquerschnitten ist. In Münsters Kommunalpolitik kennt der Ruf nach bedingungsloser Vorfahrt für Autos inzwischen keine wahren Befürworter mehr­.

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Vier große Bereiche

Mit den geplanten zusätzlichen 50 Millionen Euro, die die Ratsmehrheit aus CDU und Grünen in den kommenden vier Jahren im Zuge des „Masterplans Mobilität“ bereitstellen will, sollen vier große Bereiche in Angriff genommen, dabei viele einzelnen Maßnahmen konkret auf ihre Wirksamkeit geprüft werden.

Der Ring im Fokus

Auch die Neugestaltung des Verkehrsraums steht auf der politischen Agenda. Im Kern würde mehr Platz für öffentlichen Personennahverkehr die Autos zurückdrängen. Zur Verkehrsentlastung der Innenstadt rückt der Ring in den Fokus: So könnte der Verkehr von der B 54 – statt quer durch die Stadt zu fahren – über den Ring zur Weseler Straße geführt werden. Allerdings gilt der Bereich zwischen Mecklenbecker Straße und Weseler Straße als Nadelöhr.

Engstelle Hafenstraße

Konkret will Schwarz-Grün eine Machbarkeitsstudie zur Bahn-Unterführung an der Hafenstraße anschieben. Die alten Eisenbahnbrücken verhindern bislang einen Ausbau. Bekannte Folge: Tag für Tag lange Schlangen in diesem Bereich während des Berufsverkehrs oder bei Regenwetter.

Vernetzung der Mobilität

Unter dem Stichwort Vernetzung der Mobilität finden sich der Ausbau von Park-and-ride-Angeboten und Car-Sharing-Systemen sowie eine Förderung der Elektromobilität. Außerdem sollen Verbesserungen für den Radverkehr und den öffentlichen Nahverkehr detailliert geprüft werden.

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