Rechtsanwalt eingeschaltet Stadtwerke-Chefs streiten weiter

Münster -

Weil sich die beiden tief zerstrittenen Stadtwerke-Geschäftsführer nicht auf eine Lösung verständigen konnten, soll nun ein eigens engagierter Rechtsanwalt die Spitze des städtischen Versorgungsunternehmens auf Kurs bringen.

Von Dirk Anger
Dr. H. Müller-Tengelmann  
Dr. H. Müller-Tengelmann   Foto: Matthias Ahlke

Es geht um Macht, Kompetenzen und Eitelkeiten: Es wären die perfekten Zutaten für einen packenden Roman. Doch das Drama spielt sich derzeit real am Hafenplatz unter dem Dach der Stadtwerke ab – und damit quasi vor den Augen der Öffentlichkeit. In dieser Woche hat der Konflikt beim städtischen Versorgungsunternehmen einen neuen unschönen Höhepunkt erreicht. Weil sich die beiden tief zerstrittenen Stadtwerke-Geschäftsführer nicht auf eine Lösung verständigen konnten, soll nun ein eigens engagierter Rechtsanwalt die Spitze des städtischen Versorgungsunternehmens auf Kurs bringen. Bis Februar bleibt dafür Zeit. Darauf verständigte sich der Aufsichtsrat am Dienstag.

Dr. Dirk Wernicke Foto: Matthias Ahlke

Tiefer Graben zwischen zerstrittenem Duo

Aufsichtsratskreise zeigten sich angesichts der tiefen Gräben zwischen dem kaufmännischen und dem technischen Geschäftsführer jedoch skeptisch, ob es überhaupt noch gelingen könne, Dr. Henning Müller-Tengelmann und Dr. Dirk Wernicke zu einem verträglichen Miteinander zu bringen.

Eigentlich sollte das zerstrittene Duo dem Aufsichtsrat in dieser Woche eine Lösung für ihre Konflikte bei Unternehmensentscheidungen präsentieren. Doch stattdessen gab es zwei getrennte Stellungnahmen, die aufzeigen, wie tief die Gräben zwischen den Stadtwerke-Chefs inzwischen sind.

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Regeln für Konfliktfall mehrfach gebrochen

Der für den technischen Bereich verantwortliche Wernicke erklärte, dass sein Kollege die Erstellung eines gemeinsamen Berichts offensichtlich ablehne. Der kaufmännische Geschäftsführer Müller-Tengelmann verwies dagegen auf nach einem Streit im Jahr 2015 vereinbarte Regeln für den Konfliktfall, die Wernicke gleich mehrfach gebrochen habe.

Deshalb zweifele er auch die Sinnhaftigkeit neuer Regeln zum Konfliktmanagement an, wenn deren Umsetzung auch in Zukunft ignoriert werden könne, so Müller-Tengelmann. Zugleich kritisierte er in seinem Bericht an den Aufsichtsrat die Rolle des aktuell umstrittenen Aufsichtsratschef, weil Grünen-Politiker Gerhard Joksch „zum Teil aus mir sachlich nicht nachvollziehbaren Gründen, sich in strittigen Sachfragen regelmäßig auf die Seite von Dr. Wernicke stellt“.

Der technische Geschäftsführer Wernicke wiederum fühlt sich von seinem Kollegen nicht ernst genommen und öffentlich in ein schlechtes Licht gestellt.

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