„Wilder Aktionismus“
Automobil-Club kritisiert Lärmaktionsplan scharf

Münster -

„Mit der anstehenden Entscheidung zum Lärmaktionsplan besteht die Gefahr, dass mehr als 400.000 Euro versenkt werden“, befürchtet Wolfgang Husch, Vorsitzender des Automobil-Clubs Münster im ADAC. Und das geschehe auch noch zu Lasten des Verkehrs in der Innenstadt.

Dienstag, 12.12.2017, 17:12 Uhr

Münsters Straßen. Foto: Peperhowe
Auf Münsters Straßen ist viel los. Mit einem Masterplan will die Stadt Münster Maßnahmen gegen den Verkehrsinfarkt entwickeln. Foto: Jürgen Peperhowe (Archiv-Foto)

In einer Pressemitteilung des Automobil-Clubs kritisiert Husch den Lärmaktionsplan scharf. Die Prognose des Ingenieurbüros im Rahmen der Evaluierung zeige auf, dass es hier um eine Senkung des Lärmpegels von maximal 2,7 Dezibel gehe und das für nur rund 10.000 Einwohner, also drei Prozent der Bevölkerung. Ein Zusammenhang zwischen dem Messergebnis und der Geschwindigkeitsreduzierung sei nur „schwer ableitbar“, so Husch weiter.

Automobil-Club befürchtet noch mehr Abgase

Der Vorsitzende des Automobil-Clubs bezeichnet den Lärmaktionsplan als „wilden Aktionismus, dessen Ergebnisse äußerst fragwürdig sind“. Frankfurt habe einen derartigen Versuch bereits von 2015 bis 2016 unternommen, ihn dann aber in einen „sinnvollen politischen Tiefschlaf versetzt“.

„Wir vom Automobil-Club Münster fragen uns ernsthaft, warum derart viel Geld für einen Plan ausgegeben werden soll, dessen Ergebnisse von vornherein fragwürdig sind“, kommentiert Husch. Die Konsequenzen seien noch mehr Stop-and-Go, also noch mehr Abgase und Lärm bei An- und Abfahren, da die „Grüne Welle“ auch noch auf Tempo 30 heruntergerechnet werden soll.

"Sparen am falschen Ende"

Der Automobil-Club möchte lieber die Verkehrsunfallprävention finanziert sehen. „Hier wurden die Mittel vom Rat um rund 300.000 Euro gekürzt, weil kein Geld da ist“, erklärt Husch. „Das nennen wir Sparen am falschen Ende.“

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