Stadtbahn-Plan
Neue Trasse auf der Karte

Münster -

Eine Bahntrasse von Münster-Gievenbeck über das Zentrum Nord in die Innenstadt – diese könnte nach Ansicht von Dr. Norbert Allnoch wirksam Entlastung für den münsterischen Verkehr schaffen.

Donnerstag, 28.12.2017, 09:12 Uhr

Auf den Beginn einer angedachten Stadtbahntrasse zwischen Gievenbeck und Zentrum Nord (blaue Linie am linken Bildrand) zeigt Dr. Norbert Allnoch. Mit den vorhandenen Bahntrassen (blau) und dem Ausbau eines zweiten Promenadenrings (grün) ließen sich Münsters Verkehrsprobleme entschärfen, glaubt er..
Auf den Beginn einer angedachten Stadtbahntrasse zwischen Gievenbeck und Zentrum Nord (blaue Linie am linken Bildrand) zeigt Dr. Norbert Allnoch. Mit den vorhandenen Bahntrassen (blau) und dem Ausbau eines zweiten Promenadenrings (grün) ließen sich Münsters Verkehrsprobleme entschärfen, glaubt er.. Foto: Oliver Werner

Im Frühjahr hat er mit seinem Vorschlag für einen zweiten Promenadenring in Münster Furore gemacht. Jetzt will Dr. Norbert Allnoch die Debatte um die Verkehrsströme der Zukunft mit einem weiteren Vorstoß beleben. Sein Vorschlag: ein Stadtbahnsystem, das Gievenbeck über das Zentrum Nord mit dem Hauptbahnhof und damit der Innenstadt verbindet.

Die Attraktivität entscheidet über die Nutzung.

Dr. Norbert Allnoch

„Fahrten in hoher Taktung würden den städtischen Bereich entlasten“, glaubt Allnoch. „Die Attraktivität entscheidet über die Nutzung.“ Als Trasse für die neue Bahn könne die Achse der früher mal angedachten dritten Nordtangente dienen. Für die Stadtbahn brauche man auch kein Gleisbett wie bei der Bahn, betont der Ideengeber.

Drei Trassensysteme in Münster

Im Hauptberuf ist Allnoch Direktor des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien, das sich seit vielen Jahren mit Fragestellungen rund um erneuerbare Energien befasst und dazu einschlägige Internetseiten betreut. Er sei kein Verkehrsplaner, räumt der Münsteraner ein. Das aber hindert ihn nicht daran, sich intensiv Gedanken zu machen, wie der Verkehr der Zukunft aussehen und die weiter wachsende Domstadt dem Autokollaps entkommen kann.

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Deshalb legt Allnoch Wert darauf, dass sein Stadtbahn-Vorschlag nicht aus der Luft gegriffen sei. Vielmehr basiert seine Idee auf dem Grundgedanken, dass es in Münster drei voneinander unabhängig funktionierende Trassensysteme gebe: nämlich Straße, Bahn und Promenade. „Die Handlungsoptionen heißen jeweils Ausbau und Optimierung.“ Während Allnoch wie eigentlich fast alle Verkehrsplaner für das Straßensystem kaum noch Erweiterungsmöglichkeiten sieht, bieten aus seiner Sicht der Ausbau des zweiten Promenadenrings und die Stadtbahn Chancen, die Verkehrsinfrastruktur nachhaltig zu verbessern. Seine „Münsteraner Stadtimpulse“ habe er bereits den Fraktionen von CDU, Grünen und SPD vorgestellt, sagt Allnoch.

Ideale Anknüpfungspunkte für Pendler

Ein Stadtbahn-System zwischen Gievenbeck und dem Zentrum Nord bietet aus Allnochs Sicht ideale Anknüpfungspunkte für Pendler: So seien an der Steinfurter Straße und gegebenenfalls an der Roxeler Straße große Parkplätze und damit Einstiegspunkte denkbar. Überhaupt, so gibt sich Allnoch überzeugt, müsse zunächst an die Verkehrsin-frastruktur gedacht werden. „Dann ergeben sich logischerweise die Anknüpfungspunkte für andere Themen von selbst.“

Was das heißt? Für den Fall der Stadtbahn-Verbindung Gievenbeck-Zentrum Nord würde sich etwa im Bereich Steinfurter Straße / Wasserweg der ideale Standort für eine vielfältig nutzbare überdachte Münster-Arena für Fußball, Reitsport und Konzerte ergeben, wie Allnoch meint.

Neue Perspektiven

Auch der Ausbau des zweiten Promenadenrings, der mit fünf Speichenverbindungen an die innere Promenade angeschlossen werden könne, müsse vorangetrieben werden. Dabei spiele der Erlebnischarakter eine maßgebliche Rolle für die Akzeptanz.

„Große Promenade und Stadtbahn eröffnen neue Perspektiven für Wohnen und Verkehr, Wirtschaft und Tourismus, Umwelt und Klimaschutz“, zieht Allnoch das Fazit seiner Überlegungen zum Thema Verkehr.

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