Empfang im Rathaus
Ministerpräsident Laschet beim Neujahrsempfang in Münster

Münster -

(Aktualisiert) Die Stadt Münster hat zum Neujahrsempfang ins historische Rathaus geladen, und Ministerpräsident Armin Laschet ist gekommen. Am Sonntagvormittag trug er sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

Sonntag, 14.01.2018, 20:01 Uhr

Empfang im Rathaus: Ministerpräsident Laschet beim Neujahrsempfang in Münster
Oberbürgermeister Markus Lewe (M.) begrüßte beim Neujahrsempfang der Stadt Münster den Festredner Armin Laschet (l.), Ministerpräsident des Landes NRW, sowie den Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde in Münster, Sharon Fehr (2.v.r.) Foto: Oliver Werner

Der NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) ist ein Polit-Profi. Er kennt die Macht der Bilder. Beim Neujahrsempfang der Stadt Münster am Sonntag lässt er sich demonstrativ an der Seite des Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde in Münster, Sharon Fehr, fotografieren. Pointierter kann sein Kommentar zu den jüngsten, antisemitischen Entgleisungen der AfD in Münster nicht ausfallen.

Spontan baut Laschet vor Hunderten Zuhörern im ­Rathausfestsaal auch den anwesenden münsterischen Theologen Prof. Mouhanad Khorchide in seine Rede ein. Der Ministerpräsident lobt ihn als die „Stimme des liberalen Islam“ im traditionell katholischen Münster und formuliert auch gleich einen Auftrag: „Münster kann einen Impuls setzen, wie die Religionen miteinander leben können.“

Neujahrsempfang 2018 im Rathaus

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  • Neujahrsempfang 2018 im Rathaus
Neujahrsempfang 2018 im Rathaus Foto: Oliver Werner
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Auf Einladung von Oberbürgermeister Markus Lewe ist der Rheinländer Laschet als Festredner in die Hauptstadt Westfalens gekommen. Gleich zu Beginn seiner Rede heimst er ordentlich Applaus ein, als er festhält: „Das Land besteht nicht nur aus Düsseldorf. In Westfalen wird viel vom Wohlstand unseres Landes erarbeitet.“

Ausführlich geht der Ministerpräsident auf den Katholikentag</span> im Mai in Münster und dessen Leitwort „Suche Frieden“ ein. In einem historischen Exkurs beleuchtet er die vielen Kriege zwischen Deutschland und Frankreich und führte diese zurück auf das Bedürfnis beider Länder, das jeweils andere Land zu demütigen. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg sei diese Spirale durchbrochen worden, was auch die Geburtsstunde des modernen Europa gewesen sei.

Der Gast aus der Landeshauptstadt hat die Lacher auf seiner Seite, als er ­amüsiert feststellt, dass es immerhin 87 Jahre gedauert habe, bis in Münster mal wieder ein Katholikentag stattfinde. Dabei würden „aus Münster fast alle Bischofsstühle in Deutschland besetzt“.

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Laschet spannt auch einen Bogen zum Friedensschluss von 1648 in Münster und nennt ihn „die Grundlage des modernen Völkerrechts“. Zwei wichtige Errungenschaften seien darauf zurückzuführen, die Religionsfreiheit und die „föderale Struktur“ Europas.

Letzteres hat für den Ministerpräsidenten in der Wirtschaftspolitik ganz handfeste Auswirkungen, etwa wenn die NRW-Landesregierung auf direktem Wege mit der holländischen Regierung über die Verkehrsinfra­struktur verhandelt. „Der Seehafen für NRW ist nicht Hamburg, sondern Rotterdam“, nennt er ein Beispiel.

In seiner Ansprache betont auch Oberbürgermeister Lewe die guten Beziehungen zu den Niederlanden, namentlich zur Stadt Enschede, deren Bürgermeister Onno van Veld­huizen auch unter den ­Gästen im Rathaus weilt.

Gemeinsam stehe man vor der Aufgabe, so Lewe, die europäische Stadt als ein „jahrhundertealtes Kulturgut“ zu schützen. Sie dürfe nicht zerfallen in „Edel­quartiere und Brennpunkte“. Eine Stadt „muss sich anfühlen wie eine Großfamilie“, setzt der Oberbürgermeister auf einen starken Zusammenhalt – und hat dafür auch einen Tipp parat: „Wir sollten Face to Face kommunizieren statt über Facebook“.

Kurz vor seiner Rede im Rathausfestsaal hat sich Ministerpräsident Armin Laschet in das Goldene Buch der Stadt eingetragen.

Kommentar

Armin Laschet und Markus Lewe: Zwei, die sich mögen

Die wechselseitige Sympathie war beim Neujahrs­empfang deutlich zu spüren: Ministerpräsident Armin Laschet und Oberbürgermeister Markus Lewe mögen sich. Für Münster kann es nur von Vorteil sein, wenn der erste Bürger der Stadt einen kurzen Draht zur Düsseldorfer Staatskanzlei hat.  Um handfeste Mehrwerte zu generieren, muss die Sympathie aber auch argumentativ unterfüttert werden. Schmunzelnd meinte Laschet am Sonntag, dass er aus Zeitgründen nichts mehr zum Ausbau der Bahnstrecke Münster - ­Lünen oder zur Finanzierung der Arbeiten am Universitäts-Klinikum ­sagen könne. Das sollte er schnellstens nachholen – und dabei am besten gleich mit positiven Nachrichten aufwarten. Markus Lewe beschwor den legendären Münster-Konsens und appellierte an die Parteien, diesen beim Zankapfel Zentrale Ausländer-Behörde (ZAB) herzustellen. Das klingt gut, überzeugt aber erst, wenn man in der Frage ein souveränes Agieren der Stadt erkennen kann.

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