Jahresbilanz und neue Eskalation
Stadtwerke: Gute Zahlen trotz Streit

Münster -

Münsters Stadtwerke legen ansehnliche Zahlen für 2017 vor. Dennoch hält sich am Hafenplatz die Freude in Grenzen. Und das liegt an den Führungsdifferenzen.

Freitag, 15.06.2018, 16:38 Uhr

Aufsichtsratschef Alfons Reinkemeier zwischen den beiden zerstrittenen Stadtwerke-Geschäftsführern Dr. Henning Müller-Tengelmann (l.) und Dr. Dirk Wernicke. Foto: Matthias Ahlke

Überschattet vom Dauerstreit in der Stadtwerke-Geschäftsführung hat das städtische Versorgungsunternehmen am Freitag seine Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr vorgestellt. Dabei wurde mit knapp 165 000 Stromkunden im März dieses Jahres sogar ein Rekordwert in der Geschichte der Stadtwerke verzeichnet. Vor allem außerhalb Münsters konnten neue Kunden hinzugewonnen werden, hieß es am Hafenplatz. Mit 14,1 Millionen Euro lag der Jahresüberschuss 2017 deutlich über dem Plan. Der städtische Kämmerer Alfons Reinkemeier sprach als Aufsichtsratschef von einem „guten Ergebnis“. Zu den Zwischenergebnissen einer Unternehmensberatung, die die Struktur der Stadtwerke bis September überprüfen soll, wollte er sich nicht äußern. „Der Prozess läuft noch.“

Ungeachtet der Geschäftszahlen hat die Auseinandersetzung zwischen dem technischen Geschäftsführer Dr. Dirk Wernicke und seinem kaufmännischen Kollegen Dr. Henning Müller-Tengelmann eine weitere Eskalationsstufe erreicht. In der Aufsichtsratssitzung am Tag vor der Bilanz-Pressekonferenz hatte Wernicke, der kaum Chancen auf eine Vertragsverlängerung hat, erklärt, dass entweder beide Geschäftsführer bleiben sollten oder andernfalls auch Müller-Tengelmann seinen Hut nehmen müsse. Unterdessen sieht die Ratsfraktion der Grünen mit dem Weggang eines der beiden Geschäftsführer die Probleme nicht als beseitigt an. Fraktionssprecher Otto Reiners erklärte, „das Unternehmen muss inhaltlich, strukturell und organisatorisch neu aufgestellt werden – auch an der Spitze“.  

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