Debatte im Umweltausschuss
Ausschuss stimmt Konzept zu: Dem Kanal wird mehr Wasser entnommen

Münster -

Der Ratsbeschluss rückt näher: Der Umweltausschuss stimmt dem Konzept der neuen Wasserversorgung zu.

Dienstag, 19.06.2018, 19:50 Uhr

Künftig soll noch mehr Wasser aus dem Kanal kommen. Foto: Oliver Werner

Nach langer Debatte hat der Umweltausschuss als zuständiger Ausschuss am Dienstagabend das so genannte Dipolkonzept für die künftige Wasserversorgung in Münster beschlossen. Zustimmung kam von CDU, Grünen und FDP, dagegen votierten SPD, Linke und ÖDP.

Das Konzept sieht vor, dass die Wasserwerke Kinderhaus und Geist geschlossen werden, so dass die Wasserförderung künftig nur noch über die dann sanierten und ausgebauten Wasserwerke Hiltrup und Hornheide erfolgt. Um den tendenziell steigenden Wasserbedarf als Folge einer steigenden Bevölkerungszahl auffangen zu können, ist zudem geplant, die ohnehin schon sehr hohe Inanspruchnahme des Kanalwassers noch einmal zu steigern.

Aus Anfrage der Grünen ging Dominik Pollock, Leiter der Wasserabteilung bei den Stadtwerken Münster, sehr detailliert auf mögliche Gefährdungslagen ein, etwa eine Havarie eines Kanalschiffes oder ein Unfall in einem ufernahen Unternehmen. Zunächst einmal hielt Pollock fest, dass bereits seit dem Jahr 1919 dem Kanal Wasser zur Trinkwasseraufbereitung entnommen werde. Noch habe man dieser Verfahren wegen eines Unfalls stoppen müssen.

Wasserbezug aus Halterner Stausee 

Was aber, wenn? Laut Pollock kann immer nur das Wasserwerk Hiltrup oder das Wasserwerk Hornheide betroffen sein, nie aber beide gleichzeitig ausfallen. Der Grund: Dazwischen liege die Schleuse, „die jeden Wasseraustausch unterbindet“.

Sollte das Wasserwerk Hornheide vorübergehend kein Wasser dem Kanal entnehmen können, so bestehe die Möglichkeit, auf Wasser aus der Ems zurückzugreifen. Sollte das Wasserwerk Hiltrup vorübergehend nicht auf den Kanal zurückgreifen können, so werde man den Wasserbezug aus dem Halterner Stausee erhöhen, schilderte der Stadtwerke-Vertreter den Notfallplan.

Von Franz Pohlmann (ÖDP) kam der Vorschlag, auch nach dem Abschalten der beiden Wasserwerke nicht die damit verbunden Wasserschutzzonen aufzugeben. Das geht aber aus rechtlichen Gründen nicht.

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