Ausstellung „Bitte setzen Sie sich“ von Sofie Knijff im Haus der Niederlande
Fotos wie ein Herrscherporträt

Münster -

Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Wir sind also der Souverän. Und was den Königen und Fürsten im Friedenssaal zu Münster recht ist, kann den Bürgern nur billig sein. Sofie Knijff hat Menschen dieser Stadt fotografiert und stellt 32 Porträts im Haus der Niederlande aus.

Dienstag, 19.06.2018, 18:04 Uhr

Die Künstlerin Sofie Knijff zeigt im Krameramtshaus 32 Münsteraner wie ein fotografisches Fürstengemälde. Foto: Gerhard H. Kock

Die Fotografin ist Teil des seit 2010 laufenden Projekts „citybooks“ der flämischen-niederländischen Organisation deBuren, die mit Schriftstellern und Fotografen bereits Stadtporträts von Orten wie Jakarta, Graz oder Lissabon erstellt hat und mit Geschichten und Aufnahmen online zu finden sind. Auch jene drei Schriftsteller, die über Münster geschrieben haben, sind dort bereits zu lesen und zu hören: Alida Bremer, Erik Lindner und Carmien Michels.

Sofie Knijff im Haus der Niederlande

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  • P1010449.jpg Foto: Gerhard H. Kock
  • Foto: Gerhard H. Kock
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  • Foto: Gerhard H. Kock
  • Foto: Gerhard H. Kock
  • Foto: Gerhard H. Kock

Die Fotografien des „Citybook Münster“ sind ab heute Abend auch analog im Krameramtshaus zu sehen. Zwei Wochen Zeit hatte Sofie Knijff für dieses Projekt. Bei ihrem ersten Besuch sah sie die Herrscherpor­träts im Friedenssaal; auf dem Schlossplatz erlebte sie ein internationales Kulturfest. Und da sie just aus Spanien gekommen war, wo sie die Porträt-Gemälde eines Velázquez oder Goya bewundert hatte, brachte sie die drei Aspekte zusammen.

Die Auswahl der porträtierten Münsteraner sollte eine bunte Mischung sein, vielfältig wie die Stadtgesellschaft. Ohne allerdings einen statistischen Anspruch – ein Kellner ist ebenso dabei wie ein Kaplan, ein Neurochirurg ebenso wie ein Soldat, ein Student oder eine Schülerin. Für alle hieß es „Bitte setzen Sie sich“. Mehr nicht. Durch diesen seriellen Rahmen ist eine Gleichheit entstanden, die Charakter und Persönlichkeit wertfrei zum Tragen bringt.

Zugleich haben sämtliche Porträts eine ästhetische Handschrift. Es ist das Licht, das Sofie Knijff hier in charakteristischer Weise verwendet. Aufgenommen im Juni 2016 sind sämtliche Porträts mit einer Mischung aus natürlichem und künstlichem Licht digital aufgenommen worden. Mit Photoshop hat die Fotografin schließlich die Farbe reduziert. Dadurch entsteht etwas Staatstragendes in diesen Aufnahmen, etwas Unaufgeregtes, was zugleich Bedeutung hat, ohne sich in den Vordergrund zu spielen. Wie halt ein Souverän in der Demokratie – gleich und frei und geduldig . . .

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Die Vernissage ist am Mittwoch (20. Juni) um 17 Uhr im Haus der Niederlande, Alter Steinweg 6/7. Die Ausstellung ist bis 22. Juli zu sehen. Eintritt frei.   | www.citybooks.eu

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