Theater Titanick: „Traumwelten“-Aufbau
Drei Bäume für den Fantasie-Parcours

MünsteR -

Ein kluger Mensch hat mal gesagt: „Wenn Bäume träumen würden, würden ihre Wurzeln in den Himmel wachsen.“ So wie bei den drei Bäumen, die jetzt in der einstigen Eissporthalle an der Steinfurter Straße himmelwärts streben. Mit dem Wurzelwerk zuoberst.

Freitag, 10.08.2018, 15:46 Uhr

Mannes- und Motorkraft waren nötig, um diesen Baum in der Eissporthalle aufzustellen. Foto: Wilfried Gerharz

Sie sind wichtige Requisiten für die diesjährige Aufführung „TraumWelten“ des Theaters Titanick. Diese ist zur Abwechselung mal eine Indoor-Produktion und keine Open-Air-Aufführung.

Am 6. September soll die Produktion in der Eissporthalle, die dem Abriss geweiht ist, Premiere haben. Und da die in Leipzig und Münster beheimateten „Titanicker“ rund um Clair Howells und Uwe Köhler vorher noch eine Tournee mit „Alice“, dem Open-Air-Stück des vergangenen Jahres, in Hagen, Schwerte und den Niederlanden absolvieren, wird es Zeit für den „TraumWelten“-Aufbau.

Fünf Stunden, Köhler kann es mit einem Videofilm belegen, hat es gedauert, die drei Bäume aus einem städtischen Forst, nahe der Eissporthalle und der Autobahn gelegen, zu fällen und abzutransportieren. Das Gartenbauamt der Stadt half, „die Bäume zu pflücken“, wie Köhler launig beschreibt – und freundliche Landwirte schleppten diese dann mit ihren Traktoren ab. Nun stehen die Wuchswerke in der moränenartigen Landschaft der von der Eisfläche befreiten Halle – mit dem Wurzelwerk nach oben. Dieses wurde nach den Worten von Uwe Köhler zuvor mit einem Hochdruckwasserstrahl von Erdklumpen gereinigt.

Warum sie verkehrt herum stehen? „Weil es in ,TraumWelten’ um die Verkehrung der Welt geht, ähnlich wie bei den mittelalterlichen Jenseits-Visionen von Hieronymus Bosch, die uns zu dem Stück inspiriert haben“, erläutert Köhler, der inszeniert. In vier Wochen, dies sieht das Konzept des Theaters Titanick vor, soll dann ein „Baumdoktor“ bei der Premiere erstmals in die Stämme hineinhorchen – sie bilden eine von mehreren Stationen der „Fantasie-Reise in die Nacht mit magischen Bildern“, wie es im Flyer des Theaters geschrieben steht.

Auch die einstige Tribüne der Eissporthalle wartet bereits auf die Zuschauer. Von Graffiti befreit soll sie 100 Besuchern Platz bieten. Weitere 200 dürfen entlang des Parcours pilgern, der den „traumwandlerischen Reigen aus lebenden Bildern zwischen Paradies und Hölle“ bildet. In völliger Dunkelheit, so ist’s geplant.

Am 4. September nehmen die Schauspieler ihre Proben am Aufführungsort auf. Drei von zehn Vorstellungen sind nach Auskunft von Clair Howells bereits ausverkauft.

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Für die Aufführungen am 6.9. (18 Uhr), 7.9. (21 Uhr), 8.9. (21 Uhr) sowie am 14. und 15. September (jeweils 18 und 21 Uhr) sind noch Karten erhältlich im WN Ticket-Shop am Prinzipalmarkt oder im Internet.   | titanick.de

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