Interview zur Tagesbetreuung von Kindern
Positive Zahlen im Westen

Münster-West -

Die Versorgungsquoten für die Tagesbetreuung von Kindern in Münsters Westen sind im stadtweiten Vergleich weit vorn – sowohl im U3-Bereich als auch im Ü3-Bereich.

Mittwoch, 13.06.2018, 12:24 Uhr

Die Kita Lichtblick gehrt zu den 14 derzeit bestehenden Kitas. Foto: kbö

Dennoch wirft der Jahresbericht aus dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien, der derzeit die politischen Gremien durchläuft, einige Fragen auf. Unser Redakteur Kay Böckling sprach zu diesem Thema aus Sicht der Stadtteile Gievenbeck und Nienberge mit Anna Pohl, Leiterin des Fachamts.

Frau Pohl, in Münsters Westen liegt die Versorgungsquote mit 54,8 Prozent bei den U3-Kindern im städtischen Vergleich zwar deutlich über dem städtischen Durchschnitt. Was aber ist mit den restlichen 45,2 Prozent? Jedes Kind hat doch Anspruch auf einen Betreuungsplatz?

Pohl: Für die U3-Kinder geht die Verwaltung von einer bedarfsgerechten Versorgung von circa 50 bis 60 Prozent aus. In einer Elternumfrage der TU Dortmund in Münster aus dem Jahr 2013/2014 wurde ein Bedarf von 51,4 Prozent errechnet. Der tatsächliche Bedarf kann in einigen Stadtteilen jedoch etwas höher sein.

Auffällig in Nienberge ist die Zahl der Plätze, die von Eltern-Initiativen bereitgestellt werden: Deren Zahl (87 Plätze) stehen 163 Plätze in den beiden städtischen Einrichtungen gegenüber. Was wäre, wenn es die privaten Initiativen nicht gäbe?

Pohl: Die Betreuung von Kindern in den Wohnbereichen wird in Münster in der Regel durch einen Mix von Kitas verschiedener Träger und durch die Angebote in der Kindertagespflege sichergestellt. Nur dadurch ist eine gute Betreuungsquote erreichbar. Insoweit ist jeder Partner sowie eine Angebotsvielfalt wichtig für den Erhalt beziehungsweise die Verbesserung des Betreuungsangebotes. Im Sinne der Trägervielfalt begrüßt die Verwaltung das breite, aufgestellte Betreuungsangebot in Nienberge.

In Gievenbeck wird eine Quote von 114,7 Prozent bei den Ü3-Kindern erreicht, bei den U3-Kindern hingegen nur eine Quote von 45,7 Prozent? Kann man hier nicht umschichten?

Pohl: Die bedarfsgerechte Belegung der Kitas wird jährlich neu geprüft. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass für den hereinwachsende Jahrgang und Zuzüge in den Wohnbereich Plätze vorgehalten werden müssen. Darüber hinaus wird in Abstimmung mit den Trägern geprüft, ob eine Umwandlung in U3-Plätze anhand der Rahmenbedingungen möglich ist. Dies ist nicht in jeder Einrichtung umsetzbar. Außerdem werden die Plätze in Gievenbeck auch für die Bedarfe in den angrenzenden Wohnbereichen benötigt.

Warum ist die Tendenz in Gievenbeck und Nienberge bei den Versorgungsquoten in beiden Altersgruppen rückläufig?

Pohl: Die Tendenzen berücksichtigen, dass die Bevölkerungszahlen für Kinder im Kindergartenalter auf der Grundlage der statistischen Auswertungen für das Kitajahr 2018 / 2019 sinken. Darüber hinaus ergeben sich aufgrund von Platzveränderungen in den Kitas leichte Unterschiede, die zu einer sinkenden Tendenz beitragen können.

Dr. Jaeger von der Wohn- und Stadtbau sagt, dass bei einer Überplanung des Areals Gescherweg 87 (MuM und ehemalige Kita Outlaw) vorerst keine zusätzlichen Kita-Plätze entstehen sollen. Teilen Sie diese Ansicht?

Pohl: Aufgrund der Überplanung der Oxford-Kaserne und der Einplanung von drei Kindertageseinrichtungen mit zwölf Gruppen und den in der Umgebung des Areals Gescherweg 87 vorhandenen Kindertageseinrichtungen teile ich diese Ansicht auf der Grundlage der aktuellen Entwicklungen. Dies ist zwischen der Wohn- und Stadtbau und der Stadt abgestimmt worden.

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