Landfahrerplatz Nienberge
Die Camper sind zurückgekehrt

Münster-Nienberge -

Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen kehrt auch wieder das Leben zurück auf den sogenannten „Landfahrerplatz“ am Kreisverkehr bei Haus Uhlenkotten.

Dienstag, 22.05.2018, 17:05 Uhr

Die Campingwagen und Zelte verraten es: Der Landfahrerplatz in Nienberge ist wieder bewohnt. Foto: kbö

Gemeint sind die Camper, die dort den Sommer verbringen und in Zelten oder Wohnwagen leben. Bereits im Vorfeld hatte die Stadt Münster den „Landfahrerplatz“ entsprechend notdürftig hergerichtet, Wasser- und Stromanschlüsse gelegt, Dixi-Klos und einen Beratungs-Container aufgestellt, der multifunktional zu nutzen ist. Bis September werden dort Menschen leben, die zum größten Teil aus dem osteuropäischen Raum stammen.

„Derzeit leben dort zwischen 25 und 30 Personen“, sagt Heinz Lembeck vom münsterischen Sozialamt. Die Zahl variiere allerdings täglich. Momentan befänden sich unter den Campern auch vier Kinder. „Eigentlich sind die Verhältnisse dort für Kinder eher ungeeignet“, sagt der Sozialamtsmitarbeiter. Daher habe sein Amt auch ein Auge auf die Situation: „Sobald die Kinder in Wohnwagen untergebracht sind und nicht in den Zelten übernachten müssen, ist das zu tolerieren.“

Obgleich die Stadt Münster gegenüber den „Armuts-Zuwanderern“, wie Lembeck sie nennt, nicht leistungsverpflichtet ist, kümmert sie sich um die Menschen. Dazu gehören regelmäßige Besuche verschiedener Ämter (Sozialamt, Jugendamt, Gesundheitsamt und verschiedene Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe natürlich unter der Federführung des Sozialamts) auf dem Platz. Im Beratungs-Container können beispielsweise verschiedene Gespräche geführt werden. „Bei Unwetter kann der Container aber auch als Notunterkunft dienen“, sagt Lembeck.

Seit einigen Jahren nutzt die Klientel den Landfahrerplatz als Stützpunkt, um von dort aus beispielsweise sich bietende Gelegenheitsarbeiten auszuführen, um sich so zumindest einen Teil des Auskommens zu sichern. „Einige sehen den Aufenthalt hier auch als eine Möglichkeit, den Sprung in den hiesigen Arbeitsmarkt zu schaffen“, so Lembeck, um dann hinterherzuschieben: „Was aber unheimlich schwierig ist.“

Zumeist handelt es sich um den gleichen Personenkreis, der im Frühjahr den Weg nach Nienberge findet. „Man kennt einander“, sagt Lembeck. Dennoch bestehe seitens der Camper gegenüber den Behörden doch eine gewisse Distanz: „Die Camper sind doch schon sehr reserviert. Aber sie sind immer sehr höflich und korrekt.“

Neben den Dixi-Toiletten stellt die Stadt den Menschen aber keine weiteren sanitären Anlagen zur Verfügung. Für die Körperhygiene dürfen die Camper aber nach Absprache die Einrichtungen des Hauses der Wohnungslosen nutzen. Den Weg dorthin müssen sie selbst organisieren.

Ende September müssen die Camper wieder abreisen. Zumeist zieht es sie in ihre Heimat. Lembeck: „Die Menschen wissen, was auf sie zukommt, im vergangenen Jahr hat es bei der Räumung des Platzes keine Probleme gegeben.“ Nach der Müll-Entsorgung werde das Gelände abgesperrt.

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