Offener Handarbeitstreff
Gestrickte Socken sind der Renner

Münster-Roxel -

Der Handarbeitstreff im Roxeler Seniorentreff „Wohnen in Pastors Garten“ trifft sich jeden Montag. Verstärkung ist jederzeit willkommen.

Donnerstag, 14.06.2018, 20:00 Uhr

Gemeinsam wird gestrickt, gestickt und gehäkelt: Der offene Treff der Roxeler Handarbeiterinnen trifft sich montags im Seniorenzentrum „Wohnen in Pastors Garten“. Foto: ann

„Moden kommen, Moden gehen, aber selbst gestrickte Socken bleiben bestehen.“ Das könnte der Wahlspruch des Handarbeitskreises sein, der jeden Montagnachmittag im Foyer des Roxeler Seniorenzentrums „Wohnen in Pastors Garten“ zusammenkommt.

Auch wenn dort eine feine Decke mit Richelieu-Stickerei entsteht, an der anderen Ecke des Tisches ein Kissenbezug gehäkelt wird, und an Stricknadeln langsam ein türkisfarbener Schal wächst – die Strumpfstrickerinnen sind derzeit in der Überzahl. Unterschiedlichste Socken – aus feiner oder sportlicher Wolle, geringelt, einfarbig oder meliert – werden demnächst die Füße von Kindern, Enkeln und Urenkeln wärmen.

Seit rund vier Jahren gibt es diese fleißige Runde in Pastors Garten, auch wenn zum Bedauern der Handarbeiterinnen derzeit niemand von den Hausbewohnerinnen daran teilnimmt. Aber es geht nicht nur um Stricken, Häkeln und Sticken. Die gemütliche Unterhaltung wird von allen besonders geschätzt. Also ein bisschen wie der Dorfbrunnen zu früherer Zeit?

„Nein, Klatsch findet hier nicht statt“, ist die einstimmige Meinung. Aber es wird von früher gesprochen, von Ereignissen und Dingen, die einen prägen.

Monika Lethen kam vor zwölf Jahren nach Roxel. Ihr ist es wichtig, etwas über die Gepflogenheiten und die Vergangenheit der Umgebung zu erfahren, in der sie jetzt Zuhause ist.

Inge Bruns und Edeltraut Ridder haben in den 1950er-Jahren gegenüber der Clemenskirche die Paramentenstickerei gelernt, sind also gewissermaßen Fachfrauen in der Runde für feinste Stick- und Näharbeit. „98 Pfennige war damals unser Stundenlohn“, erinnern sie sich.

Ursula Hunfelds Mann war Mauerer. Gut, dass seine Frau die strapazierte und oft beschädigte Maurerkleidung ausbessern konnte. Sie erinnert sich an Hemden, die im Krieg aus dem Garn von Zuckersäcken gestrickt wurden: „Die kratzten unerträglich“. Stricken und Nähen gelernt haben fast alle Frauen von ihren Müttern oder Großmüttern. „Söckskes für die Geschwister habe ich schon gestrickt, als ich zehn Jahre alt war“, sagt Martha Böckmann. Die Familie hatte ein Schaf, die Wolle wurde gezupft, und die Mutter hat sie versponnen.

Helga Rocklage hat hingegen erst spät mit dem Handarbeiten angefangen. „Als die Kinder aus dem Haus waren, vorher war dafür keine Zeit“, sagt sie. Es habe mal drei Wollläden in Roxel gegeben, aber die Trends seien mittlerweile kurzlebiger geworden. Sie ist die Organisatorin der Gruppe. An gelegentlichen gemeinsamen Ausflügen, per Fahrrad oder Auto, haben nämlich auch Handarbeitsfrauen Spaß.

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Wer die muntere Handarbeitsrunde verstärken will, ist dazu jeden Montag von 14.30 bis 17 Uhr im Seniorenzentrum „Wohnen in Pastors Garten“ (Alte Dorfstraße 10) willkommen.

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