73-Jähriger wurde von Auto überrollt Nach tödlichem Drama: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Brüder

Münster/Ibbenbüren -

Die Staatsanwaltschaft Münster hat nach dem tödlichen Ausgang einer Auseinandersetzung an einer Tankstelle in Ibbenbüren Anklage gegen zwei Brüder erhoben. Auch gegen einen dritten Beteiligten war ermittelt worden. 

73-Jähriger wurde von Auto überrollt : Nach tödlichem Drama: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Brüder
Polizei-Einsatzkräfte sicherten die Tankstelle in Ibbenbüren nach dem tödlichen Vorfall ab. Foto: Jens Keblat

Laut Anklageschrift soll zunächst der 24-jährige Angeschuldigte am Abend des 11. März 2017 einen 25-jährigen Mann aus Recke auf dem Tankstellengelände unvermittelt angegriffen, geschlagen, getreten und gewürgt haben. Hintergrund für diesen Angriff sollen private Streitigkeiten gewesen sein.

Schon kurz nach dem Beginn dieser Auseinandersetzung versuchte das spätere Opfer schlichtend einzugreifen. Dem 25-Jährigen gelang es kurzzeitig, sich dem Angriff zu entziehen, ehe auch der weitere Angeschuldigte - der Bruder (25) des 24-Jährigen - aktiv in das Geschehen eingegriffen und auf ihn eingeschlagen haben soll.

Nachdem sich der Angegriffene befreien und in sein Fahrzeug flüchten konnte, sollen die Brüder ihn verfolgt, die Autotür aufgehalten und mit erheblicher Gewalt die komplette Türinnenverkleidung abgerissen. Gleichzeitig sollen sie weiter von außen auf den im Fahrzeug sitzenden 25-Jährigen eingeschlagen und versucht haben, ihn gewaltsam aus dem Auto zu ziehen.

Flucht mit tragischem Ausgang

Der 73-Jährige befand sich bei dem Vorfall in unmittelbarer Nähe hinter den Angeschuldigten. In diesem Moment legte der Mann aus Recke aus Furcht vor weiteren Angriffen trotz geöffneter Fahrertür den Rückwärtsgang ein und fuhr los. Die beiden Angeschuldigten sowie der hinter ihnen stehende 73-jährige Streitschlichter wurden vom Wagen zu Boden gerissen.

Der Recker nahm laut Staatsanwaltschaft während dieser Situation das spätere Opfer nicht wahr. Die Angeschuldigten seien - anders als der 73-Jährige - sofort wieder aufstanden und sollen erneut gegen das Fahrzeug geschlagen sowie getreten haben sollen. Daraufhin fuhr der 25-Jährige mit seinem Wagen vorwärts, um sich weiterer Angriffe zu entziehen.

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Hierbei überrollte das Fahrzeug den vor dem Fahrzeug auf dem Boden liegenden 73-jährigen Ibbenbürener. Nach dem Gutachten eines Unfallsachverständigen hatte der 25-Jährige in dieser Situation den 73-Jährigen nicht sehen können.

Unterschiedliche Sichtweisen

Der 24-jährige Angeschuldigte hat die Tatvorwürfe bestritten und angegeben, lediglich schlichtend in die Auseinandersetzung zwischen seinem Bruder und dem 25-Jährigen eingegriffen zu haben. Er habe das spätere Unfallopfer mehrfach aufgefordert, sich nicht in den Streit einzumischen.

Nachdem das Fahrzeug zurückgesetzt und er zu Boden gefallen sei, habe er den 73-Jährigen zunächst nicht mehr gesehen. Er habe dann dem Fahrer aber noch zugerufen, nicht weiter zu fahren, als er den Mann unter dem Fahrzeug habe liegen sehen. Der Bruder hat sich im Ermittlungsverfahren nicht geäußert.
Nach Bewertung der Staatsanwaltschaft ist der tödliche Ausgang des Geschehens den angreifenden Brüdern strafrechtlich zuzurechnen. Dem Autofahrer war indes laut Staatsanwaltschaft nicht nachzuweisen, dass er durch das Rückfahrmanöver die von ihm selbst geschaffene Gefahrensituation für den 73-Jährigen hätte erkennen können. Deshalb hat die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren gegen den Mann aus Recke eingestellt. 

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