Einschnitte im Münsterland besonders tief
Immer weniger Kliniken mit Kreißsälen

Düsseldorf/Münster -

Im Münsterland hat sich die Zahl der Geburtshilfeabteilungen der Kliniken in den vergangenen 15 Jahren halbiert.

Freitag, 13.10.2017, 15:10 Uhr

Karl-Josef Laumann
Karl-Josef Laumann Foto: Colourbox.de

Von einst 24 Stationen in Münster und den vier Kreisen existieren heute nur noch 13. Die Zahlen nannte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann ( CDU ) am Freitag auf eine SPD-Anfrage.

Im Kreis Recklinghausen blieben von elf nur noch sechs Stationen übrig. Die Einschnitte bei der Versorgung im Regierungsbezirk Münster fielen dabei drastischer aus als in den anderen vier Landesbezirken. Landesweit gibt es heute noch 155 Geburtshilfe-Abteilungen.

Die Frage der Geburtenstationen können wir nicht dem Zufall überlassen.

Karl-Josef Laumann:
Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann im Landtag in Düsseldorf.

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann im Landtag in Düsseldorf. Foto: dpa

NRW nicht gut aufgestellt

Bemerkenswert: Zwischen 2003 und 2016 hat sich nur im Kreis Warendorf auch die Zahl der Geburten von 2140 auf 1099 halbiert. Im Kreis Steinfurt sank sie um ein Drittel auf 2567, in den anderen Kreisen deutlich weniger. In Münster ist die Geburtenzahl sogar um 50 Prozent auf 6168 gestiegen.

„Die Frage der Geburtenstationen können wir nicht dem Zufall überlassen“, erklärte Laumann gegenüber unserer Zeitung. Er hat eine Projektgruppe eingesetzt, die Maßnahmen vorschlagen soll.

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Erst zu Wochenbeginn hatte der Minister mehr Anstrengungen für eine ausreichende ärztliche Versorgung auf dem Land angemahnt. NRW sei bei der Krankenhaus-Planung nicht gut aufgestellt, sagte Laumann in Münster. „Das ist vor allem ein Problem in den Metropolen, keines auf dem Land“, sagte er.

Telemedizin eröffnet neue Wege

Damit die Versorgungssicherheit des ländlichen Raumes nicht gefährdet werden, dürften dort keine weiteren Krankenhäuser geschlossen werden. Angesichts eines immer größer werdenden Hausarztmangels „müssten die Kliniken auf dem Land stärker in die ambulante Versorgung einsteigen“. Die Telemedizin eröffne hier neue Wege.

Aus Sicht des Ministers ist die Krankenhausfinanzierung „in NRW nicht hoch genug“. Wenn die Wege für die Patienten zu lang werden, müsse man über Sonderzuschläge reden, um eine Versorgung aufrecht zu erhalten.“

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