Drei Jahre Haft
Mann 15 Jahre nach versuchter Vergewaltigung verurteilt

Ascheberg/Münster -

Die 9. Große Strafkammer des Landgerichts Münster hat einen 39-Jährigen wegen versuchter Vergewaltigung einer Aschebergerin zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt.

Freitag, 12.01.2018, 16:01 Uhr

Drei Jahre Haft: Mann 15 Jahre nach versuchter Vergewaltigung verurteilt
Die 9. Große Strafkammer des Landgerichts Münster hat am Freitag das Urteil gegen einen 39-jährigen verkündet, der im Sommer 2003 in Ascheberg versucht hatte, eine junge Frau zu vergewaltigen. Foto: dpa

Die Sitzung war gerade beendet, da lagen sich der Angeklagte und seine Ehefrau in den Armen. Tränen rollten. Soeben hatte die 9. Große Strafkammer das Urteil gegen den 39-jährigen verkündet, der im Sommer 2003 in Ascheberg versucht hatte, eine junge Frau zu vergewaltigen. Für drei Jahre schickte die Kammer den Angeklagten wegen sexueller Nötigung hinter Schloss und Riegel.

Von hinten auf der Straße überfallen

In einem Rückblick führte das Gericht dem Angeklagten das Verbrechen vor Augen. Bis zu 15 lange Minuten habe der Angeklagte das Opfer gepeinigt. Dabei sei er mit heftiger Gewalt vorgegangen und habe die Frau gewürgt. Schließlich hatte sie Todesangst: „Wenn du willst, dann vergewaltige mich. Aber lass mich bitte am Leben.“ Von hinten in der Dunkelheit auf der Straße überfallen zu werden, und in dieser Situation völlig ausgeliefert zu sein, das sei die absolute Horrorvorstellung, hob der Vorsitzende Richter hervor.

Opfer lehnt Ausgleich und Entschuldigung ab

Noch Jahre nach der schrecklichen Tatnacht, in der wohl durch die Aufmerksamkeit einer Zeugin Schlimmeres verhindert worden ist, litt die junge Frau unter Albträumen und psychischen Beeinträchtigungen. Angesichts ihrer traumatischen Erfahrungen lehnte sie den vom Täter angebotenen Täter-Opfer-Ausgleich so wie die Entgegennahme einer Entschuldigung ab.

Die Urteilsbegründung verfolgte der Angeklagte mit gesenktem Kopf. Bei der Urteilsfindung berücksichtigte die Kammer das Geständnis des 39-jährigen, der im Senegal geboren wurde, stellte aber klar, dass er nicht nach Deutschland zurückgekehrt sei, um sich dem Verfahren zu stellen.

Die Staatsanwaltschaft hatte nach ihrer Beweiswürdigung drei Jahre und zwei Monate, die Vertreterin der Nebenklägerin drei Jahre beantragt. Der Verteidiger des Angeklagten hatte auf eine bewährungsfähige Freiheitsstrafe plädiert. Die sah das Gericht als nicht gerechtfertigt.

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