Ehemalige Aral-Tankstelle
Schandfleck an der B 51

Telgte -

Die ehemalige Aral-Tankstelle an der Bundesstraße 51 verkommt mehr und mehr. Aral zahlt weiter Miete an den Eigentümer. Der Vertrag läuft noch bis Ende 2019. Was danach mit dem Areal geschieht, steht in den Sternen. Für den Eigentümer besteht nach Angaben des Kreises Warendorf keine Rückbauverpflichtung.

Freitag, 12.01.2018, 18:01 Uhr

Wer zwischen Telgte und Münster unterwegs ist, der wundert sich schon, dass sich an der ehemaligen Tankstelle rein gar nichts tut. Und am Zustand könnte sich auch auf längere Sicht nichts verändern. Foto: Flockert/Meyer

Am 31. März 2016 wurde die Aral-Tankstelle an der Bundesstraße 51 geschlossen. Seither verkommen Gebäude und Grundstück mehr und mehr. „Ein echter Schandfleck. Das ist wirklich kein gutes Entree für die Stadt“, sagt Bürgermeister Wolfgang Pieper, der bedauert, dass die Stadt bei der Frage nach der Zukunft des Grundstücks komplett außen vor ist.

Aber wer ist eigentlich zuständig. Das Unternehmen Aral Deutschland? „Fakt ist, dass das Grundstück nicht Aral gehört“, unterstreicht der Pressesprecher des Mineralölunternehmens, Detlef Brandenburg. „Wir haben nur einen Erbbaurechtvertrag bis zum 31. Dezember 2019. So lange zahlen wir Miete.“ Die Tankstelle sei hochdefizitär gewesen, begründet Brandenburg die Schließung. Es habe wirtschaftlich keinen Sinn mehr gemacht, das Geschäft an dieser Stelle fortzuführen.

„Wir haben nach der Schließung alles abgebaut, was uns gehört, und alles umzäunt und gesichert“, betont Brandenburg, dass das Unternehmen seinen Verpflichtungen nachgekommen sei. „Das Tankstellengebäude gehört dem Erbbaurechtgeber. Deshalb haben wir keinerlei Anrecht, an dem Gebäude etwas zu tun.“ Aral seien die Hände gebunden. Bis Ende 2019 werde sein Unternehmen die vertraglich vereinbarte Summe bezahlen. „Dann haben wir nichts mehr damit zu tun“, so der Sprecher weiter.

Damit liegt der schwarze Peter wohl beim Grundstücksbesitzer. Nach WN-Informationen soll beim Kreis Warendorf ein Abrissantrag gestellt worden sein. Das kann der Kreis Warendorf als Baugenehmigungsbehörde allerdings nicht bestätigen. „Bei uns gibt es keinen Abbruchantrag“, erklärte Pressesprecher Thomas Fromme, der aber darauf verweist, dass für den Eigentümer keine Rückbauverpflichtung bestehe. Zur Zeit des Baus dieser Tankstelle seien derartige Verpflichtungen noch nicht Teil der Baugenehmigung gewesen.

Die Folge könnte nun sein, dass die Überreste der Tankstelle auch über 2019 hinaus vor sich hin verrotten. Und was könnte auf der an der Bundesstraße gelegenen Fläche zukünftig angesiedelt werden, sollte es doch zu einem Rückbau kommen? Da das Areal nicht Teil eines Gewerbegebietes ist, würden sich dort nach dem möglichen Rückbau der Tankstelle keine Unternehmen ansiedeln können, erklärte Wolfgang Pieper. Das Grundstück werde wohl wieder als landwirtschaftliche Fläche genutzt werden. Dies wird aber wohl nur möglich sein, wenn der Boden nicht verunreinigt ist.

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