Landgericht Münster
Haftstrafen für Einbrecher-Trio

Lengerich/Münster -

Knapp 50 Wohnungen waren das Ziel eines Einbrecher-Trios. Dann wurden die Männer geschnappt. Am Freitag erhielten sie die Quittung vor dem Landgericht Münster: mehrjährige Haftstrafen.

Freitag, 12.01.2018, 18:01 Uhr

Das Landgericht Münster.  Foto: Stadt Münster

Als ihr Existenzaufbau in Deutschland scheiterte, verschafften sich die Männer eine andere Einnahmequelle. In einer fast beispiellosen Serie brachen sie innerhalb von vier Monaten bundesweit ist knapp 50 Wohnungen ein und machten reichlich Beute.

Das Trio im Alter von 24 bis 47 Jahren (zwei Albaner und ein Italiener), das sich seit September vor dem Landgericht zu verantworten hatte, muss jetzt die juristische Konsequenz tragen: Eine Strafkammer schickte die Männer wegen Wohnungseinbruchdiebstahls und schweren Bandendiebstahls in 30 Fällen für vier Jahre drei Monate, sechs und sechseinhalb Jahre hinter Schloss und Riegel.

Die Haftbefehle gegen die beiden Albaner hielt das Gericht aus Gründen ihrer Anordnung aufrecht. Zudem müssen die drei Männer annähernd 70 000 Euro aus dem durch die Diebstähle erzielten Gewinn zurückzahlen.

Mit dem Urteil blieb die Kammer bei den Albanern unter der Forderung der Staatsanwältin. Für den 47-jährigen Angeklagten fiel das Urteil hingegen höher aus. Sein Tatbeitrag wurde nicht günstiger bewertet.

Das Urteil basierte auf dem im Wesentlichen geständigen Angeklagten, auf Funkzellenauswertungen, Werkzeugspuren sowie den Feststellungen des Gerichts. Die Kammer hielt es für ausgeschlossen, dass zur gleichen Zeit am selben Tatort noch andere Täter unterwegs waren.

„Wir haben das tat- und schuldangemessen gewürdigt, was wirklich nachzuweisen ist,“ sagte der Vorsitzende. Im dem 42-jährigen Angeklagten sah das Gericht nicht den Boss, wohl aber den erfahrensten Täter.

In seiner detaillierten Rückschau ließ der Vorsitzende Richter der 9. Kammer keine Fragen offen. Demnach reisten die beiden albanischen Angeklagten 2016 nach Deutschland ein. Als es mit der Arbeitssuche nicht klappte, reifte ihr Plan, in Wohnungen einzusteigen. Sie agierten von Hamm aus.

Tagsüber fuhren sie in Wohngebiete kleinerer Orte nahe der Autobahn 1, um geeignete Objekte zu finden. Im Schutz der Dunkelheit kehrten sie zurück. Am Januar 2017 brachen sie in mehrere Wohnungen in Lengerich, Greven und Lotte ein. Verschlossene Fenster oder Terrassentüren waren kein Hindernis (wir berichteten ausführlich).

Im März 2017 weihten die beiden Männer den Italiener in ihre Pläne ein, bundesweit Wohnungseinbruchsdiebstähle zu begehen. Diesem Vorhaben schloss sich der 47-Jährige an. Er fuhr überwiegend den Pkw zu den weiteren Tatorten. Dabei machten sie auch schon mal Beute im fünfstelligen Euro-Bereich. Goldschmuck und andere Sachen wurden verkauft. Den Erlös teilten sie untereinander auf.

Bei der Urteilsfindung würdigte die Kammer das Geständnis der Angeklagten, das zur Verkürzung des Verfahrens beigetragen hatte. Erschwerend schlugen dagegen der hohe Beuteschaden sowie zum Teil einschlägige Vorstrafen zu Buche.

In ihrem letzten Wort vor der Urteilsverkündung hatten die Angeklagten ihre Taten bereut. „Ich bitte um eine milde Strafe. Ich möchte zurück zur Familie“, sagte ein Angeklagter. Das Urteil nahmen das Trio äußerlich reglos entgegen.

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