Echte Fans sind voll ausgestattet
Von Kopf bis Fuß schwarz-rot-gold

Gronau -

Dreimal werden wir noch wach – nein, dann steht nicht der Weihnachtsmann mit dem Wünsch-Dir-was-Programm vor der Tür. Aber ein wenig ähnlich (Fußballfans, verzeiht!) ist das Ganze doch, das uns nächsten Wochen ins Haus steht: Die Fußballweltmeisterschaft in Russland. Und am Sonntag sind Jogis Jungs zum ersten Mal am Zug.

Donnerstag, 14.06.2018, 07:24 Uhr

Die Qual der Wahl: Jessica weiß noch nicht so recht, für welche Artikel sie sich entscheiden soll. Die Auswahl ist riesig. Armbänder, Tattoos und künstliche Fingernägel finden den Gefallen der 18-Jährigen. Auch Klatsch-Hände gibt es in schwarz-rot-gold. Foto: Susanne Menzel

Dreimal werden wir noch wach – nein, dann steht nicht der Weihnachtsmann mit dem Wünsch-Dir-was-Programm vor der Tür. Aber ein wenig ähnlich (Fußballfans, verzeiht!) ist das ganze doch, das uns dann die nächsten Wochen ins Haus steht: Die Fußballweltmeisterschaft in Russland. Und am Sonntag sind Jogis Jungs zum ersten Mal am Zug. Bis zum Finale am 15. Juli in Moskau wird sich eine Nation im Ausnahmezustand befinden. Zumindest im Hinblick auf die Vielfältigkeit der Fan-Artikel dürften wir uns jetzt schon den Titel gesichert haben. Es fast gibt nichts, was es nicht zu kaufen gibt.

„Wir haben in den letzten Tagen noch einmal aufgerüstet“, sagt die Mitarbeiterin des Ein-Euro-Shops in der Innenstadt. Eine ganze Wand ist in schwarz-rot-goldenen Farben mit Produkten bestückt, die das wahre Anhänger-Herz begehrt.

Jessica Schult und Mutter Ute stehen vor dem Sortiment und wissen zunächst gar nicht, wohin der Blick zuerst schweifen soll. Vor allem die 18-Jährige Jessica ist

hin und hergerissen, mag sich gar nicht entscheiden. „Gib nicht dein gesamtes Geld aus“, mahnt ihre Mutter, als die junge Frau gleich zwei Paar künstliche Fingernägel in der Hand hält. Die bunte Kunsthaarsträhne dagegen findet keine Gnade vor den Augen der jungen Frau. „Wir sind beide Fußballfans“, sagt Mutter Ute: „Meine Tochter vielleicht noch ein wenig mehr als ich.“ Klar, die Spiele würden sie sich auf jeden Fall ansehen, unterstreicht die Gronauerin. „Und Jessica fängt nun langsam an, sich entsprechend auszustatten.“

Eher ein wenig schüchtern dagegen nähert sich ein junger Mann – vom Aussehen her erkennbar mit Migrationshintergrund. Syrischer Herkunft sei er, verrät der 29-Jährige auf Nachfrage. George sei sein Name. Und er sei Deutschland-Fan. Unentschlossen sucht er sich durch das kaum überschaubare Warenangebot, greift zu den Servietten, legt sie wieder weg. Die Fahne fürs Auto findet sein Gefallen. Obwohl – wenig später geht er dann doch mit leeren Taschen aus dem Laden.

„Es geht los, das Fieber steigt. Gefragt ist eigentlich alles. So querbeet“, berichtet die Shop-Mitarbeiterin von den Erfahrungen der vergangenen Tage. Vor allem

die Ausstattung fürs Fahrrad sei beliebt. „Selbst bei den Holländern“, lacht die Frau. „Die können bei dieser WM ja leider nur ihre Sympathie zeigen.

Alle anderen, die sich als wahre Anhänger der Nationalelf „outen“ wollen, können sich eigentlich die kommenden gut 28 Tage von Kopf bis Fuß, von Speis bis Trank, von morgens bis nachts komplett auf Fußball einstellen. Da gibt es die dreifarbig abgefüllte Marmelade zum Frühstück. Die „deutsche“ Antipasti zum Mittagessen. Zwischendurch die Fan-Editionen der verschiedensten Kekse, Weingummi und sonstigen Naschereien. Serviert auf schwarz-rot-goldenen Papptellern. Die Becher und Gläser mit entsprechendem Aufdruck. Kerzen, Serviet-

ten,

Lichterketten, Bettwäsche, Facetatoos, Reifen-Überzieher fürs Auto, Fahnen, künstliche Nägel, Wimpern oder Perücken, Schweißband und Schminke sowieso, aber auch Taschen oder – wer draußen Unterstützung braucht – Gartenzwerge. Der Clou: schwarz-weiße Duftbälle in Fußballform fürs Klo. Wenn die Spiele mal ganz sch. . . laufen.

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