Verfahren gegen Heeker eingestellt Party-Rangelei nach Handy-Aufnahmen

Heek/Burgsteinfurt -

Glimpflich davongekommen ist am Donnerstag ein 22 Jahre alter Angeklagter aus Heek bei der Hauptverhandlung am Amtsgericht Steinfurt. Die Staatsanwältin warf ihm vor, am 15. Januar des vergangenen Jahres eine 30-jährigen Ochtruperin vorsätzlich verletzt zu haben.

Von Norbert Hoppe
Das Amtsgericht in Steinfurt.
Das Amtsgericht in Steinfurt. Foto: Mike Oelerich

Der Angeklagte hatte der Anklage zufolge an diesem Tag zu später Stunde mit seiner Mannschaft nach einer Jahresabschlussfeier eine Party in der Ochtruper Stadthalle besucht. Nach einigen sexuellen Provokationen von Seiten der jungen Leute gegenüber der Geschädigten und zweier Freundinnen kam es zu einem Handgemenge zwischen den Frauen, ihren sie begleitenden Ehemännern und der Gruppe, bei dem der Heeker durch einen Stoß die Frau zu Fall brachte. Dabei verletzte sie sich und erlitt eine Rippenprellung. Nach den vorgelegten ärztlichen Attesten war sie drei Wochen arbeitsunfähig.

Auslöser für die Auseinandersetzung, so die Einlassung sowohl des Angeklagten wie auch der geschädigten Person, waren Handy-Videoaufnahmen, die der Angeklagte unterlassen sollte. Bei dieser Gelegenheit schlug die Geschädigte, die als erste Zeugin vernommen wurde, dem Angeklagten das Handy aus der Hand. Daraufhin habe dieser der Zeugin einen Stoß gegen die Schulter versetzt, der zum Sturz und der Verletzung führte.

Die Zeugen aus dem Umfeld der Geschädigten bestätigten weitgehend ihre Aussagen, einige räumten allerdings auf Nachfrage des Richters Erinnerungslücken ein. Gleichzeitig hielt der Richter ihnen vor, bei der Polizei unmittelbar nach den Vorfällen zum Teil andere Aussagen zu Protokoll gegeben zu haben. Fest stehe jedenfalls, dass Alkoholkonsum ebenfalls eine Rolle bei dem Geschehen in der Stadthalle gespielt habe.

Der Richter wertete die Aussagen der Zeugen als glaubwürdig, zudem habe der Angeklagte die Attacke zugegeben. Allerdings sei ein Stoß an die Schulter minder schwer zu bewerten, als ein Schlag ins Gesicht, auch wenn die Verletzung äußerst schmerzhaft gewesen sein müsse.

In einem ersten Verfahren hatte das Gericht einen Strafbefehl zu 70 Tagessätzen erlassen. Nach der Hauptverhandlung mit den Zeugenaussagen habe sich der Blickwinkel jedoch um einiges verändert. Zudem sei der Angeklagte bisher strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten. So stellte das Gericht das Verfahren gegen Auflagen ein.

Der Angeklagte hat demnach eine Schadenswiedergutmachung in Höhe von 1500 Euro in fünf Raten zu je 300 Euro an die Geschädigte zu zahlen. 500 Euro sind für die Staatskasse fällig, um die Kosten für das Verfahren zu decken. Mit der eindringlichen Aufforderung, sich bei künftigen Auseinandersetzungen zurückzuhalten, entließ der Richter die Beteiligten.

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