Ökumenisches Friedensgebet auf dem Lüdinghauser Markt
Viel mehr als Waffenstillstand

LÜDINGHAUSEN -

Pünktlich zum Mittagsgeläut der St.-Felizitaskirche hielten viele Marktbesucher am Freitag kurz inne. Der ökumenische Arbeitskreis hatte zu einem Friedensgebet zwischen den Marktständen aufgerufen.

Freitag, 12.01.2018, 20:01 Uhr

Große Runde auf dem Wochenmarkt: Viele Lüdinghauser unterbrachen ihre Einkäufe am Freitagmittag für ein ökumenisches Friedensgebet. Dazu begrüßte Initiator Karl-Heinz Kocar auch die Cucumber-Brass-Band.
Große Runde auf dem Wochenmarkt: Viele Lüdinghauser unterbrachen ihre Einkäufe am Freitagmittag für ein ökumenisches Friedensgebet. Dazu begrüßte Initiator Karl-Heinz Kocar auch die Cucumber-Brass-Band. Foto: Bastian Becker

Rund 70 Männer, Frauen und Kinder bildeten am Freitag zum Mittagsgeläut der St.-Felizitaskirche einen großen Halbkreis auf dem Marktplatz. Rund um den Stand „Kirche auf dem Markt“, den die Kirchengemeinden seit vielen Jahren freitags betreiben, fand das ökumenische Friedensgebet unter dem Motto „Fünf Minuten für den Frieden“ großen Anklang. Inmitten des hektischen Markttreibens kehrten für einen Moment Stille und Besinnlichkeit ein.

Der ökumenische Arbeitskreis hatte „aufgrund der angespannten Weltlage“, so­ In­i­tiator Karl-Heinz Kocar , in diesem Jahr angeregt, das alljährliche Seppenrader Friedensgebet, das seit mehr als 30 Jahren existiert, von der Kirche auf den Marktplatz zu verlegen. Die katholische Pfarrgemeinde St. Felizitas, die evangelische Kirchengemeinde und die neuapostolische Gemeinde hatten eingeladen, und viele folgten ihnen auch spontan.

Vor dem Gebetsteil sorgte das Bläserensemble der Cucumber-Brass-Band für die passende musikalische Untermalung. Kocar erinnerte zunächst an den Hintergrund der Aktion mit dem Weltfriedenstag am 1. Januar und drückte seine Freude über die erstmalige Teilnahme der neuapostolischen Gemeinde aus.

Frieden ist also viel mehr als Waffenstillstand.

Gabi Christensen

Brigitte Landfester und Reinhold Leydecker von der katholischen sowie Gabi Christensen von der evangelischen Gemeinde stellten zunächst die Gefährdung der menschlichen Lebensgrundlagen durch Korruption, Kriege, Vertreibungen und Ähnliches heraus. Anschließend zitierten sie Papst Franziskus („Man bricht auf, um sich wieder mit seiner Familie zu vereinen, um Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten zu finden. Wer diese Rechte nicht besitzt, der lebt nicht in Frieden.“) und den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche, Heinrich Bedford-Strohm („Das ist vielleicht das Wichtigste im Deutschland des Jahres 2018, dass wir herausfinden aus dem Gefühl, zu kurz zu kommen. Und dass wir entdecken, aus welcher Fülle wir leben dürfen“). „Frieden ist also viel mehr als Waffenstillstand“, folgerte Christensen.

Brass-Band spielt

Im Schlusswort vor dem Gebet wies Kocar darauf hin, dass Konflikte entschärft werden könnten, „wenn wir – jeder nach seinen Möglichkeiten – geduldig am Werk sind“. Das vielstimmige Gebet „Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens“ nach Franz von Assisi verdeutlichte den Wunsch vieler Lüdinghauser nach Veränderungen in der Welt. Das Ziel der Aktion, ein Zeichen gegen Resignation, Gleichgültigkeit und Hass zu setzen, wurde so unterstrichen.

Pastoralreferent Leydecker spendete noch den Segen, ehe sich die große Runde mit gegenseitigen Friedenswünschen und zu den Klängen der Brass-Band langsam auflöste.

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