Olaf Wirl aus Greven kandidiert für die Freien Wähler im Wahlkreis 128 „Wir wollen bekannter werden“

Greven -

„Wir sind bodenständig, in den Kommunen verwurzelt, sachorientiert und bürgernah.“ Olaf Wirl, Kandidat der Freien Wähler und Berufsfeuerwehrmann, tritt auch in Greven bei der Wahl zum Bundestag an.

Von Peter Beckmann

Olaf Wirl hatte lange mit Politik nichts am Hut. Dann zog der gebürtige Münsteraner in den Grevener Stadtteil Reckenfeld und lernte dort Andre Kleffken kennen. Der wiederum war schon länger bei den Freien Wählern aktiv und überredete Wirl, doch mal bei einem Treffen der Freien Wähler vorbeizuschauen.

Inzwischen sitzt Wirl als „Einzelkämpfer“ für die Freien Wähler im Grevener Stadtrat, ist sachkundiger Bürger im Ausschuss für Sicherheit im Kreistag und Gründungsmitglied und Beisitzer im erweiterten Vorstand der im Jahr 2010 gegründeten Landespartei. Und: Er kandidiert für die Freien Wähler im Wahlkreis 128 bei der Bundestagswahl.

Wirl ist ein Mann, der mit beiden Beinen auf dem Boden steht. Nach der Hauptschule, die er mit Qualifikation abschloss, absolvierte er eine Lehre als Chemielaborant an der Uniklinik Münster. Es folgte das Fachabitur, der Bundeswehrdienst, eine Mutterschaftsvertretung bei der BASF und schließlich die Anstellung bei der Stadt Münster als Sonderabfallberater. Und schließlich wechselte er zur Berufsfeuerwehr Münster, wo er noch heute tätig ist.

Auch hier, genau wie in der Politik, hatte er keinerlei Vorgeschichte. „Ich war nie in einer Freiwilligen Feuerwehr aktiv“, erzählt der 50-jährige Familienvater. Allerdings arbeitete sein Vater in der Werkstatt der Feuerwehr als Autoelektriker.

Seit 25 Jahren ist er bei der Feuerwehr aktiv. Ist Rettungsassistent und Hauptbrandmeister. Und er hat in dieser Zeit natürlich viel Schlimmes gesehen. „Aber man darf das alles nicht auf sich persönlich beziehen oder auf die Familie, sonst wird man damit nicht fertig“, erklärt er. Inzwischen ist er aus dem Schichtdienst heraus, arbeitet als Praxisanleiter für die Azubis und führt Lehrgänge für Notfall-Sanitäter durch. „Die aktive Arbeit ist dadurch zwar in den Hintergrund gerutscht, aber ich bleibe natürlich Feuerwehrmann.“

Jetzt, in der normalen Tagschicht, bleibt nicht mehr viel Zeit für Hobbys. Seine Tochter – eine sehr erfolgreiche Judoka, die in der Bundesliga kämpft – muss er auch nicht mehr fahren. „Sie ist inzwischen 18 Jahre und hat selbst einen Führerschein.“ Sein einziges Hobby sei die Politik.

Vom Grundwesen her sei er eigentlich mit der SPD verwurzelt, fühle sich bei den Freien Wählern aber zuhause. „Ich mag keinen Fraktionszwang, und den gibt es bei den Freien Wählern auch nicht“, erklärt Wirl. Da könne jeder nach dem eigenen Gewissen entscheiden.

Wirl sieht seine Partei in der Mitte angesiedelt. „Wir sind bodenständig, in den Kommunen verwurzelt, sachorientiert und bürgernah.“ Wobei er Letzteres den großen Parteien abspricht. „Die haben den Kontakt zum Bürger völlig verloren.“

Bei all dem bleibt Wirl Realist. „Ich weiß, dass wir keine Chance haben. Es geht bei der Kandidatur der Partei darum, bekannter zu werden.“ Aber immerhin seien die Freien Wähler unter den „Sonstigen“ die Stärksten. „Ein Ergebnis von einem Prozent wäre ein großer Erfolg.“

Wie gesagt: Wirl steht mit beiden Beinen auf dem Boden der politischen Realität.

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