Foodblog
Genevieve Wiehe - die digitale Köchin

Greven -

Genevieve Wiehe betreibt einen Foodblog im Internet. Zu Beginn drehte sich in ihrem Blog alles um Mode, später kamen Rezepte hinzu, und seit Sommer 2017 befasst sie sich in ihrem Blog „stylingkitchen.com“ ausschließlich mit Rezepten.

Samstag, 13.01.2018, 17:01 Uhr

Genevieve Wiehe in Aktion: Aus den geplanten Zitronen-Muffins wurden Zitronen-Gipfel. „Die sind einfach höher aufgegangen als gedacht“, erklärt die Bloggerin. Aber lecker waren sie trotzdem. Foto: Peter Beckmann

Nein, gelernt hat sie es nicht. Weder das eine, noch das andere. Genevieve Wiehe ist da mehr eine Selfmade-Frau. Learning bei doing sozusagen. Aber: Das bedeutet nicht, dass das, was sie da macht, amateurhaft ist – im Gegenteil. Genevieve Wiehe macht das, was sie macht, mit ganz viel Herzblut und viel viel Können. Genevieve Wiehe betreibt einen Foodblog im Internet.

Foodblog? Da weiß so manch einer nichts mit anzufangen. Dabei ist es ganz einfach. Genevieve Wiehe betreibt eine Internetseite, auf der sie Rezepte veröffentlicht und sich mit ihren Lesern darüber austauscht. Und natürlich ist sie damit auch bei Facebook, Youtube und Instagram vertreten.

Blog als Hobby

Angefangen hat alles im Jahr 2014. Da lernte Wiehe, die im Einzelhandel im Bereich Mode arbeitet, eine Bloggerin kennen. Und die brachte sie auf die Idee, so etwas mal selbst auszuprobieren. „Ich hatte noch nie vorher etwas mit einem Blog zu tun“, erzählt die 27-jährige Grevenerin.

Zu Beginn drehte sich in ihrem Blog alles um Mode, später kamen Rezepte hinzu, und seit Sommer 2017 befasst sie sich in ihrem Blog „stylingkitchen.com“ ausschließlich mit Rezepten. Und dieser Blog sieht sehr professionell aus. „Das hab ich mir selber beigebracht“, erzählt sie nicht ohne Stolz und erinnert sich an die Anfänge. „Da hab ich zunächst nur mit dem Smartphone gearbeitet.“

Mittlerweile geht sie den Blog ganz anders an. Fotos, Videos, Beschreibung – all das macht sie selbst inklusive Filmschnitt. „Für ein Rezept gehen dann schon mal ein oder zwei Tage drauf“, erzählt sie – um dann gleich klarzustellen, dass es ihr dabei nicht ums Geschäft geht. „Nein, das mache ich als Ausgleich, das ist mein Hobby.“ Was sie besonders reizt: „Ich kann alles selber entscheiden, ich kann machen, was ich möchte.“

Die Rezepte, die sie veröffentlicht, sind dabei nicht irgendwo abgekupfert. „Das sind alles Sachen, die ich mir ausgedacht habe“, versichert sie, betont aber, dass sie natürlich das Kochen und Backen nicht neu erfunden hat. „Die Grundlagen sind natürlich Allgemeingut.“

Seminare in Schulen

Dabei hat sie sich nicht spezialisiert wie andere Blogger. „Ich koche und backe, was mir in den Sinn kommt. Wenn es dann zufällig vegetarisch ist, ist es dann eben so.“

Der Facebook-Post wird geladen

Die besten Ideen entwickle sie beim Einkauf. „Wenn ich die Lebensmittel sehe, sehe ich auch schon die Rezepte vor mir.“ Wobei nicht alles gelingt. „Aber auch wenn etwas mal nicht so klappt, mache ich das auf meinem Blog öffentlich“, erzählt sie und erzählt von den Brötchen, die drei Versuche brauchten. Dann gebe es häufig einen Austausch mit ihren Lesern, die ähnliche Erfahrungen gemacht oder auch Tipps für sie haben.

Die Grundlagen für ihre Kochleidenschaft wurden schon früh gelegt. „Ich habe immer mit meiner Oma das Kochduell im Fernsehen geschaut“, erinnert sie sich. Und dabei habe sich ihre Leidenschaft entwickelt. Und warum ist sie nicht Köchin geworden? „Das kann ich nicht wirklich sagen, vielleicht lag es an den Arbeitszeiten.“ Da sei ihr ein Blog, an dem sie zu jeder Zeit arbeiten könne, schon lieber.

Im Gegensatz zu vielen anderen Bloggern muss sie von ihrem Blog nicht leben. „Ich mache deshalb auch keine nervige Bannerschaltung auf meiner Seite“, erklärt sie. Klar, es gebe Kooperationen mit Lebensmittelherstellern. „Das mache ich aber nur, wenn ich auch selber hinter den Produkten stehe und wenn sie einen Bezug zu meinem Blog haben.“ So habe sie kürzlich die Kooperation mit einem Handyhüllen-Hersteller abgelehnt. (Die sind ja auch nicht wirklich schmackhaft . . .)

In Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung gibt sie auch dreitägige Seminare in Schulen, in denen sie sich mit den Fallstricken der sozialen Medien beschäftigt. „Die Kinder sollen dafür sensibilisiert werden.“

Eine Eier legende Wollmilchsau

Ihr Blog hat inzwischen 5000 bis 6000 Stammleser. „Die meisten Leser gewinnt man dabei durch Mund-zu-Mund-Propaganda“, weiß sie. Und sie kann auch genau an den Klickzahlen sehen, welche Rezepte am besten bei ihren Lesern ankommen. „Es sind meistens die einfachen Rezepte, die schnell und unkompliziert umzusetzen sind.“

Wenn Genevieve Wiehe ein neues Rezept in der heimischen Küche kocht oder backt, ist das nicht alles, was sie zu tun hat. „Ich fotografiere selbst und mache auch die Videos. Alles, was man sieht, mache ich selber.“ Quasi eine Eier legende Wollmilchsau. Wo die Reise mit ihrem Hobby hingeht? „Keine Ahnung, das wird sich mit der Zeit zeigen.“

Aber eines ist sicher: Wiehes digitales Leben im Internet und ihr analoges im Beruf werden bald verschmelzen. Denn: Sie hat bei der IHK einen Abschluss als Social Media Managerin gemacht und wird dann auch bald in diesen Beruf wechseln. „Meine Aufgabe wird es dann sein, die Social Media-Strategie für ein Unternehmen zu entwickeln“, erklärte sie den Beruf. Denn: „Das läuft in vielen Firmen im Bereich Marketing so nebenher, wird aber für Unternehmen immer wichtiger.“

Ihren Blog möchte sie aber weiter betreiben. „Ich koche gerne, das Arbeiten an meinem Blog macht mir Spaß, und letztendlich ist das alles ein schöner Ausgleich für mich.“

Einziger Leidtragender ist ihr Lebensgefährte. „Wenn Genevieve für ihren Blog kocht, werden, wenn das Essen fertig ist, zunächst das Rezept und die Fotos hochgeladen. Erst dann kommt das Essen – meistens schon recht kalt – auf den Tisch.“

Bei so einem leckeren Essen jammern auf hohem Niveau . . . 

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