Ökologischer Wert von Friedhöfen
Reiling wettert gegen Kies

Reckenfeld -

Keine Unterstützung gab es im Bezirksausschuss für den Antrag der Fraktion „Reckenfeld direkt“, den ökologischen Wert der Friedhöfe in Greven zu überprüfen – und sie gegebenenfalls aufzuwerten.

Montag, 25.06.2018, 21:01 Uhr

Friedhöfe – hier ein Bild von der Bahnhofstraße in Reckenfeld – haben unbestritten auch einen ökologischen Wert Foto: Oliver Hengst

„Friedhöfe können, gerade weil sie in der Regel ortsnah sind, zu Oasen auch mit ökologischer Bedeutung werden. Die damit verbundene Aufwertung ist im Interesse der Allgemeinheit. Bisher einstimmig hat sich die Politik für einen Friedwald in der Gronenburg ausgesprochen. Sollte dieser aber aus juristischen Gründen nicht verwirklicht werden können, böten ökologisch gestaltete Friedhöfe eine Alternative“, begründete die Fraktion ihre Initiative.

Wie Bürgermeister Peter Vennemeyer betonte, habe der Antrag im Bezirksausschuss nichts zu suchen. Es gehe um eine Angelegenheit des ganzen Stadtgebietes. Ein fast deckungsgleicher Antrag sei vom Rat konsequenterweise an den Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt (ASU) verwiesen worden. Dadurch, dass „Reckenfeld direkt“ ihn in Reckenfeld auf die Tagesordnung hieven ließ, werde „die Entscheidungskompetenz des Rates unterlaufen“, so Vennemeyer. Der Antrag verstoße somit gegen die selbst gesetzten Regeln.

Das hielt Ernst Reiling (Reckenfeld direkt) nicht davon ab, zu argumentieren. „Weniger interessant sind die rechtlichen Fragen.“ Das Konzept des BUND Heidelberg zur Überarbeitung von Friedhöfen (zu finden im Internet) sei „sehr überzeugend“ und nachahmenswert. Auf vielen Friedhöfen dominierten heute Kies und Marmor, monierte Reiling. „Das ist ein Niedergang von Werten. Es wird kälter.“

Wenn „ökologische Defizite“ moniert würden, müsse er widersprechen, so Andreas Hajek (CDU): Friedhofsgärtner hätten das sehr wohl im Blick. Reilings Vorstoß nannte er einen „Pseudo-Antrag“. Eine Abstimmung gab es nicht. Das Thema wird – wie vom Rat beschlossen – im ASU besprochen.

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