Untersuchungsort Horstmar wird zum Studienobjekt

Horstmar -

Horstmar gehört neben den Städten Warstein und Köln zu insgesamt drei Kommunen, die 13 Studenten der Technischen Universität Dortmund

Von Sabine Niestert
Der jüngste Bürgertreff für Flüchtlinge war als Weihnachtsfeier gestaltet und lockte zahlreiche Besucher in den Borchorster Hof. Die Studenten von der Technischen Universität Dortmund, Kathrin Rutkowski und Jonas Pletsch, wollten untern anderem wissen, wie sich die Ankunft der Geflüchteten in Horstmar auf die Zeitungsarbeit der WN ausgewirkt hat.  
Der jüngste Bürgertreff für Flüchtlinge war als Weihnachtsfeier gestaltet und lockte zahlreiche Besucher in den Borchorster Hof. Die Studenten von der Technischen Universität Dortmund, Kathrin Rutkowski und Jonas Pletsch, wollten untern anderem wissen, wie sich die Ankunft der Geflüchteten in Horstmar auf die Zeitungsarbeit der WN ausgewirkt hat.   Foto: -fn/abi-

Kathrin Rutkowski und Jonas Pletsch haben die Burgmannsstadt erst im Dezember 2017 kennengelernt. Die beiden 18-Jährigen gehören zu einer 13-köpfigen Studentengruppe der Technischen Universität Dortmund , die sich an einem Studienprojekt zum Thema Flüchtlingsintegration beteiligt. In dessen Rahmen hat das Duo mit seinen Kommilitonen und Tutorin Dr. Katrin Gliemann Ende vergangenen Jahres Horstmar besucht, um dort zu erfahren, wie die Verantwortlichen vor Ort die Problematik bewältigt bisher haben.

Das wollten die Studenten auch von den Städten Warstein und Köln wissen, um beispielsweise zu erfahren, wie Kommunen unterschiedlicher Größen mit der Flüchtlingsthematik umgehen. „Es war uns wichtig, drei Städte aus Nordrhein-Westfalen zu befragen, um die Ergebnisse vergleichbar zu machen“, erklärt Dr. Gliemann. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Fakultät Raumplanung der TU Dortmund, die die Studenten begleitet, hatte im Vorfeld per Google recherchiert und Horstmar als geeignetes Objekt befunden.

So habe die Stadt vergleichsweise viele Flüchtlinge aufgenommen und die unterschiedlichsten Aktivitäten entwickelt, um sie einzugliedern. Glücklich war sie natürlich auch darüber, dass Heinz Lölfing als Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters und zuständiger Fachbereichsleiter, sich offen für das Ansinnen gezeigt hat und den Interviews zugestimmt hat.

So reisten die 13 Studenten mit ihrer Betreuerin im Dezember in Horstmar an. Dort unterhielten sie sich mit Heinz Lölfing, der Ehrenamtskoordinatorin Claudia Berning und dem Hausmeister, der den Flüchtlingen in ihren Unterkünften mit Rat und Tat zur Seite steht. Gemeinsam besuchte man verschiedene Wohnungen, wie beispielsweise die in den ehemaligen Schulte-Hallen am Borghorster Weg. um sich ein Bild zu machen.

Da die WN das Thema in ihrer Berichterstattung kontinuierlich begleitet hat, suchten die Studenten auch das Gespräch mit der für Horstmar zuständigen Lokalredakteurin. Von ihr wollten Kathrin Rutkowski und Jonas Pletsch unter anderem wissen, wie sich der Zuzug auf die Flüchtlinge auf die Stimmung der Bevölkerung ausgewirkt hat und welche Maßnahmen ergriffen wurden, um die neuen Mitbürger vor Ort willkommen zu heißen. Zudem fragten die beiden Studenten, wie sich die Ankunft der Geflüchteten auf die redaktionelle Arbeit ausgewirkt hat. Die Redakteurin erinnert sich, dass die große Flüchtlingswelle im zweiten Halbjahr 2015 die Verantwortlichen der Stadt Horstmar vor große Herausforderungen gestellt hat. Seinerzeit galt es, die Menschen, die der Kommune zugewiesen worden waren, mehr oder weniger von heute auf morgen unterzubringen und mit dem Notwendigsten zu versorgen.

Dem Engagement der Kirchengemeinden, der politischen Gemeinde und den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern ist es zu verdanken, dass es beispielsweise die Lotsen, die Sprachförderung, die Hilfe bei der Arbeitssuche die Treffpunkte und den Sozialladen „KomMode“ gibt. Dort können sich alle Menschen, die bedürftig sind, Kleidung und Schuhe bekommen.

Die Einschätzung, dass sich inzwischen alles gut eingespielt hat, bestätigt Heinz Lölfing. So hätten sich Strukturen gebildet, auf die man zurückgreifen könnte. „Zwischen den Ehrenamtlichen und den Hauptamtlichen gibt es ein gutes Miteinander“, berichtet Lölfing. Natürlich käme es ab und an auch schon mal zu Spannungen, doch er und seine Mitarbeiter bekämen davon weniger mit. Als einen der großen Vorteile einer relativ kleinen Kommune schätzt er die kurze Wege auch innerhalb der Verwaltung ein. Diese hätten auch dafür gesorgt, dass bisher alle Flüchtlingskinder in der Schule und im Kindergarten untergebracht werden konnten.

„Die Befragung hat uns nicht dümmer gemacht. Vielmehr war sie interessant und hat uns dazu gebracht, über unsere Arbeit zu reflektieren“, meint der Bürgermeistervertreter im Nachhinein. Weiterer Vorteil sei, dass die Stadt die Ergebnisse der Untersuchung und Befragung bekommt. Diese sollen im Juni vorliegen.

„Horstmar war eine gute Wahl, denn die Verwaltung war offen für unser Projekt“, meint Katrin Gliemann. Die angehenden Raumplaner hätten dabei lernen sollen, wie sie ein Thema angehen, Fragen formulieren, Interviews führen und diese auswerten. Jonas Pletsch und Kathrin Rutkowski fanden es jedenfalls interessant, eine Gemeinde kennenzulernen, in der fast jeder jeden kennt, was Vorteile, aber auch Nachteile haben kann.

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