Theater in der Klinik
Alle Vorstellungen ausverkauft

Lengerich -

An die Erfolgsgeschichte erinnert nichts mehr. „Der Festsaal ist wieder öd und leer“, stellt Karlheinz Arndt mit einem Augenzwinkern fest. Nach einer in diesem Jahrtausend einmaligen Erfolgsgeschichte hat das Theater in der Klinik (ThiK) die Bühne geräumt, die Kulissen verstaut. 13 Aufführungen an sechs Wochenenden, alle ausverkauft – der Stolz des ThiK-Initiators auf diese Leistungen ist berechtigt.

Dienstag, 13.02.2018, 19:02 Uhr

In Anspielung auf den Titel der Erfolgskomödie sind ThiK-Initiator Karlheinz Arndt (2. von rechts) und Dr. Christos Chrysanthou von der LWL-Klinik auf diesem Bild gleich doppelt zu sehen.
In Anspielung auf den Titel der Erfolgskomödie sind ThiK-Initiator Karlheinz Arndt (2. von rechts) und Dr. Christos Chrysanthou von der LWL-Klinik auf diesem Bild gleich doppelt zu sehen. Foto: Michael Baar

Sein Gegenüber, Dr. Christos Chrysanthou , ist beeindruckt. Immerhin ist der Allzeit-Rekord – das „Weiße Rössl“ ist 14 mal aufgeführt worden – nur knapp verfehlt worden. Der Ärztliche Direktor der LWL-Klinik empfindet großen Respekt vor der Leistung der Akteure. Schließlich muss ja für die Aufführungen wochenlang vorher geprobt werden.

„Doppelt leben hält besser“ war die 30. Silvesterpremiere des Ensembles. Dabei haben zwei Akteure mitgespielt, die auch bei der ersten Aufführung dabei gewesen sind: Ute Hilder und Oliver Determann. Letzteren sieht Karlheinz Arndt „als Anker in der Klinik“, weil der Hobby-Schauspieler dort seinen Arbeitsplatz hat. Nach einer längeren Pause hat der Lengericher wieder auf der Bühne gestanden. Und soll das demnächst wieder regelmäßig tun – meint der Gründet des ThiK.

Dass das Comeback überhaupt möglich war, „dafür haben seine Kollegen und Vorgesetzten gesorgt, die entsprechend auch Wochenend-Dienste getauscht haben“, lobt und dankt Karlheinz Arndt.

Erst auf Nachfrage von Christos Chrysanthou spricht er über ein anderes Thema: die Zukunft des ThiK. Der 78-Jährige möchte etwas kürzer treten. „Im jüngsten Stück hatte ich vier Sätze als fliegender Fotoreporter.“ Der Blitz habe immer funktioniert, aber in der Kamera sei kein Film gewesen, lacht er.

Weil er – auf eigenen Wunsch – so einen kurzen Auftritt hatte, „habe ich mir anschließend den Rest des Stückes von verschiedenen Positionen im Saal angeschaut“. Was er dabei entdeckt hat? „Wir müssen etwas an der Beleuchtung tun.“ Der Versuch, das Thema zu wechseln, gelingt nicht.

Grundlage der Aufführungen im Festsaal ist eine Vereinbarung zwischen LWL-Klinik und Stadt (als Träger des Hannah-Arendt-Gymnasiums). Um die reibungslos weiterzuführen, „würde idealerweise ein Kollege oder eine Kollegin vom HAG meine Aufgabe übernehmen“, stellt der ThiK-Initiator fest. Das sei aber keine leichte Aufgabe, räumt er auf Nachfrage ein.

Dann legt Karlheinz Arndt ein Stück Papier auf den Tisch im Büro des Ärztlichen Direktors. Ein jährlich wiederkehrender Vorgang. Es ist ein Überweisungsträger, in den Christos Chrysanthou nur noch die Bankverbindung des Empfängers eintragen muss. „Wir dürfen ja keinen Gewinn machen.“ Dieser Hinweis gehört immer dazu.

Ein Betrag von 2000 Euro ist eingetragen. „Wir haben etwas Geld für die Rücklage abzwacken müssen, weil in diesem Jahr wieder eine technische Überprüfung ansteht“, erklärt Karlheinz Arndt. Der Klinikleiter ist einen Moment sprachlos ob der Summe. Was damit unterstützt werden soll? Das Steinfurter Bündnis gegen Depression. Er war dessen Mitinitiator vor elf Jahren. Akzeptanz und Enttabuisierung von Depression, so beschreibt Christos Chrysanthou die Ziele des Bündnisses. „In gewisser Weise tun wir ja auch etwas gegen Depression“, schlägt der Theatermann die Brücke zu den Silvester-Komödien.

Ach ja, die Planungen für Silvester laufen bereits. „Ziemlich sicher wird es ein Stück, das beim Zahnarzt spielt“, gibt Karlheinz Arndt einen wagen Ausblick. Mehr will er an diesem Tag trotz intensiven Nachbohrens nicht verraten.

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