Fastenzeit beginnt
Fasten nicht als Selbstzweck

Nordwalde -

An Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Die Kirchen haben sich auf die Zeit mit besonderen Aktionen vorbereitet. Längst fasten aber nicht mehr nur Gläubige.

Mittwoch, 14.02.2018, 11:02 Uhr

Ab heute wird gefastet: Die einen verzichten auf Essen und trinken zeitweise nur Tee, andere verzichten auf digitale Medien.
Ab heute wird gefastet: Die einen verzichten auf Essen und trinken zeitweise nur Tee, andere verzichten auf digitale Medien. Foto: WKF

Die einen verzichten auf Süßigkeiten, die anderen auf Alkohol, wieder andere auf soziale Medien. Das Thema Fasten schien sich in den vergangenen Jahren zu einem echten Lifestyle-Trend zu entwickeln – und sich von seinem religiösen Ursprung zu entfernen. Am heutigen Aschermittwoch beginnt wieder die Fastenzeit. Vermutlich werden wieder viele Menschen fasten – aus unterschiedlichen Motiven.

Natürlich auch aus religiösen. Die Kirchen haben sich auf die anstehende Fastenzeit vorbereitet. Vier Fastenandachten von Laien hat die Gemeinde St. Dionysius organisiert. Werner Reckert (27. Februar), Karla Müsch-Nittel (6. März), Bürgermeisterin Sonja Schemmann (13. März) und Waltraud Ruland (20. März) halten die Wortgottesfeiern zum Thema des Katholikentages „Suche Frieden“. Die Fastenandachten sollen Impulse geben.

Fasten ist kein Selbstzweck

Für Pfarrer Ulrich Schulte Eistrup ist körperliches Fasten kein Selbstzweck: „Das ist eine Zeit, um sich mehr Ruhe zu nehmen, Dinge zu bedenken und neu auf das Leben zu schauen.“ Dass die Vorbereitungszeit auf das Osterfest angebrochen ist, werden die Gläubigen auch in den Gottesdiensten merken. Die Liturgie wird dezenter ausfallen, das Hungertuch wieder in der Kirche aufgehängt.

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Die evangelische Kirche ruft seit Jahren zu ihrer Aktion „7 Wochen ohne“ auf, die Menschen dazu nutzen sollen, ihren Lebensstil zu überdenken und neue Perspektiven zu finden. In diesem Jahr steht die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern unter dem Motto „Zeig dich! Sieben Wochen ohne Kneifen“. Damit fordert die Aktion laut Pressemitteilung des Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken dazu auf, sich für andere zu engagieren.

Fester Bestandteil mehrerer Religionen

„Natürlich ist es nicht immer leicht, für andere einzustehen und Farbe zu bekennen“, wird Superintendent Joachim Anicker zitiert. Doch „unübersichtliche Zeiten, wie wir sie derzeit erleben, erfordern eine klare Haltung für Weltoffenheit, Toleranz und Menschlichkeit – nicht nur von der Politik und den gesellschaftlichen Institutionen, sondern auch von jedem einzelnen.“

Fasten gibt es nicht nur im Christentum. Es ist auch ein fester Bestandteil des Islams, des Judentums, der Orthodoxen Kirche und des Buddhismus. Die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern ist für Christen zudem nicht die einzige Fastenzeit im Jahr. Auch im Advent wird gefastet. Die Bedeutung scheint aber wesentlich kleiner. „Liturgisch ist der Advent eine Fastenzeit“, sagt Schulte Eistrup. „In der Gesellschaft hat sich das aber anders entwickelt. Der Aschermittwoch hat eine andere gesellschaftliche Relevanz.“

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