Jobcenter steuert um
Personalsuche für Amazon vertagt

Oelde -

Das Jobcenter Kreis Warendorf hat zu Jahresbeginn eine Mitarbeiterin eingestellt, die sich ausschließlich um Personal für Amazon kümmern sollte. Doch die Ansiedlung zieht sich in die Länge. Die Mitarbeiterin wird vorerst anderweitig eingesetzt.

Mittwoch, 14.02.2018, 07:02 Uhr

Die Ansiedlung des Online-Versandhändler Amazon braucht Zeit. Die bereits zu Jahresbeginn eingestellte Mitarbeiterin des Jobcenters, die sich ausschließlich um Amazon kümmern soll, wird daher zunächst anders eingesetzt.
Die Ansiedlung des Online-Versandhändler Amazon braucht Zeit. Die bereits zu Jahresbeginn eingestellte Mitarbeiterin des Jobcenters, die sich ausschließlich um Amazon kümmern soll, wird daher zunächst anders eingesetzt. Foto: dpa

Denn der Online-Versandhändler will im Oelder Gewerbegebiet Aurea bis zu 2000 neue Arbeitsplätze schaffen.

Das dauert allerdings noch. Zwar wurde vor zwei Wochen mit den Erdarbeiten begonnen, trotzdem rechnen Veranwortliche damit, dass das Unternehmen frühstens im zweiten Quartal 2019 in die „heiße Phase“ gehen kann. Das hat jetzt Auswirkungen auf das Jobcenter . Denn die für Amazon eingestellte Mitarbeiterin kann für dieses Projekt noch lange nicht tätig werden. Die Ansiedlung des Unternehmens zieht sich.

„Unsere Mitarbeiterin arbeitet derzeit im Aktivierenden Dienst mit, ist aber nicht für Amazon tätig“, sagt Dr. Ansgar Seidel , Leiter des Jobcenters Kreis Warendorf, auf Anfrage. Und sowieso sei das Beschäftigungsverhältnis auf 18 Wochenstunden beschränkt.

Unsere Mitarbeiterin arbeitet derzeit im Aktivierenden Dienst mit, ist aber nicht für Amazon tätig.

Dr. Ansgar Seidel

Bewilligt hatte der Warendorfer Kreistag eine Vollzeitstellen – befristet auf zwei Jahre. Die Entscheidung, im Jobcenter Personal eigens für Amazon einzustellen, war im Kreistag nicht unumstritten. Trotzdem gab es am Ende eine breite Mehrheit für diesen Ansatz. Auch Ansgar Seidel steht zu diesem Projekt. „Eine Ansiedlung dieser Größenordnung hat es im Kreis Warendorf bislang nicht gegeben. Wir mussten aktiv werden. Amazon würde sonst zu viele Kapazitäten bei unserem Arbeitgeber-Service binden. Andere Unternehmen sollen deswegen aber nicht zu kurz kommen.“ Glücklich ist der Leiter des Jobcenters, dass es gelungen sei, eine Mitarbeiterin für das Projekt zu gewinnen, die umfangreiche Erfahrung im Bereich der Arbeitsmarktförderung besitzt. Denn die Ansiedlung von Amazon biete die Chance, gering qualifizierte Langzeitarbeitslose wieder in einen Job zu vermitteln. Laut Seidel gibt es rund 7000 Langzeitarbeitslose, die vom Jobcenter betreut werden. Von ihnen haben 1200 keinen Hauptschulabschluss.

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