St.-Franziskus-Hospital
Vom Recht auf Wissen und Nicht-Wissen

Ahlen -

Erkrankungen oder Anomalien des Kindes können schon vor der Geburt festgestellt werden. Diese Pränataldiagnostik war Thema einer Podiumsdiskussion im Rahmen der „Woche für das Leben“.

Dienstag, 17.04.2018, 16:04 Uhr

Podiumsteilnehmer im St.-Franziskus-Hospital: Prof. Dr. Matthias Meyer-Wittkopf, Prof. Dr. Monika Bobbert, Dr. Dr. Markus Gantert und Dr. Carsten Krüger sprachen über die Pränataldiagnostik. Foto: St.-Franziskus-Hospital

Im Rahmen der „Woche für das Leben“ hatte das St.-Franziskus-Hospital am Montagabend zu einer Podiumsdiskussion in die Cafeteria eingeladen. Zu dem Thema „Kinderwunsch, Wunschkind, Unser Kind!“ waren zunächst Vorträge von namhaften Experten zu hören, die die Möglichkeiten und Risiken der Pränataldiagnostik und deren ethisch-gesellschaftlichen Aspekte darstellten.

Prof. Dr. Matthias Meyer-Wittkopf, Leiter der Pränataldiagnostik am Klinikum Rheine, verdeutlichte, dass es ein Recht auf Wissen und auf Nicht-Wissen gebe. Er betonte die positiven Möglichkeiten der Pränataldiagnostik, aber auch, dass die Grenze zwischen der Vorsorge einer behandelbaren Erkrankung und der Früherkennung einer nicht behandelbaren genetischen Anomalie nicht immer klar zu ziehen sei. Ein Schwangerschaftsabbruch geschehe niemals leichtfertig.

Prof. Dr. Monika Bobbert, Direktorin des Seminars für Moraltheologie der WWU-Münster, stellte die ethische Herangehensweise zu dem Thema Pränataldiagnostik in den Mittelpunkt. So stehe aktuell zur Diskussion, ob die nicht-invasive Pränataldiagnostik in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen werde. Wie solle mit so einem Bluttest umgegangen werden, durch dessen Ergebnis werdende Mütter in eine Entscheidung gezwungen werden könnten? Dies sei eine riskante Freiheit, die der Freiheit, das Unperfekte als Vielfalt zu bejahen, entgegenstehe.

Im Anschluss folgte die Podiumsdiskussion, an der neben den beiden Vortragenden auch Dr. Carsten Krüger und Dr. Dr. Markus Gantert teilnahmen. Es wurde deutlich, wie tiefgreifend die Auswirkungen einer Diagnostik sein können, in positivem wie in negativem Sinne. Zusätzlich bereichert wurde die Diskussion durch Stimmen aus dem Saal. Im Publikum befand sich neben Laien auch Fachpersonal aus der Hebammen- und Ärzteschaft. Besonders eindrücklich war die Wortmeldung eines anwesenden Paares, dass sich bewusst für die Geburt eines Kindes entschieden hatte, bei dem in der Schwangerschaft eine gravierende Diagnose gestellt worden war. Es war ein Plädoyer für das Leben und endete mit den Worten: „Eltern haben viel mehr Kraft, als sie denken!“

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