Fußball: 3. Liga So ist Marco Antwerpen: kurz, präzise und lautstark

Leverkusen -

Wie agiert der neue Mann an der Seitenlinie? Ist er lautstark oder zurückhaltend, ist er auf den Beinen oder ein Bankhocker, ist er Kommandogeber oder Geschichtenerzähler? Hier sind die ersten Eindrücke vom neuen Preußentrainer im Einsatz.

Von Thomas Rellmann
Marco Antwerpen mit verschränkten Armen in Leverkusen, dahinter Kurtulus Öztürk
Marco Antwerpen mit verschränkten Armen in Leverkusen, dahinter Kurtulus Öztürk Foto: Jürgen Peperhowe

Als der Abpfiff ertönt und jeder einzelne Schützling abgeklatscht war, fanden der neue Preußen-Trainer Marco Antwerpen und Assistent Kurtulus Öztürk im Ulrich-Haberland-Stadion den Weg zum Zaun. Dort wartete eine kleine Delegation ihres Ex-Vereins Viktoria Köln , angeführt von Sportchef Stephan Küsters , der ja selbst lange beim SCP aktiv war und später als Teammanager fungierte. Ein freundlicher Plausch war da zu beobachten.

Allzu viel kann also gar nicht hängengeblieben sein nach dem plötzlichen Abschied des Duos vom Regionalligisten im Dezember. Die Aufgabe in Münster reizte eben doch. Dass sie nicht leicht wird, wussten beide. Dass aber auch eine gewisse Qualität da ist, betonten sie immer wieder. Das 2:2 bei Bayer Leverkusen im Schatten der Bundesliga-Arena war der erste Gradmesser.

Ganz gut ließ sich von außen erkennen, wie Antwerpen an der Seitenlinie agiert. Er ist kein Rumpelstilzchen, geht anders als Vorgänger Benno Möhlmann, der auch in Freundschaftsspielen sofort Betriebstemperatur erreichte, weniger aus sich raus. Während sich Öztürk weitgehend zurückhält, gibt der Chef immer wieder lautstarke, klare, präzise, kurze Hinweise.

Die Ansagen kommen schnell und deutlich. Sie sind meist taktischer Natur. „Anschluss!“, „Vor!“, „Schieben!“ Jeder Spieler wird mit Namen, meist Spitznamen angeredet. „Hoffi“, „Koby“, „Stolli“, „Tobi“ ... Stoisch ist der Auftritt des 45-Jährigen nicht gerade. Aber eine gewisse Ruhe strahlt er am Rand schon aus. Ob das so bleibt, wenn es ans Eingemachte geht?

Einmal, für einen kurzen Moment, platzt es doch mal aus ihm raus. Bayer-Coach Heiko Herrlich und dessen Bank reklamieren über Gebühr. Antwerpen gibt dezent und sachlich Kontra. Keine Angst vor großen Namen. Die ersten Eindrücke, wie der neue Preußen-Chefcoach wirkt, haben sich auch viele Fans gemacht. Ernst wird es aber erst in knapp zwei Wochen beim SV Meppen. Erst dann zählt‘s richtig.

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