Fußball: 3. Liga
Preußen-Vizekapitän Rizzi im Interview: „Die Leichtigkeit ist zurück“

Münster -

In Zeiten, die über die Zukunft des SC Preußen – Stichwort Ausgliederung – entscheiden wird, rückt der Sport fast in die zweite Reihe. Vizekapitän Michele Rizzi spricht im Interview über beide Themen und lobt die Trainingssteuerung des neuen Trainerteams.

Donnerstag, 11.01.2018, 15:01 Uhr

Michele Rizzi (r.) findet bislang nur lobende Worte für den neuen Trainer Marco Antwerpen und hofft, dass er und das Team die (völlig unterschiedlichen) Vorgaben besser umsetzen als unter Ex-Coach Benno Möhlmann.
Michele Rizzi (r.) findet bislang nur lobende Worte für den neuen Trainer Marco Antwerpen und hofft, dass er und das Team die (völlig unterschiedlichen) Vorgaben besser umsetzen als unter Ex-Coach Benno Möhlmann. Foto: Jürgen Peperhowe

Unter Trainer Horst Steffen wurde Michele Rizzi gleich als Neuzugang Kapitän, unter dessen Nachfolger Benno Möhlmann verblieb er zumindest im Mannschaftsrat, war später wieder Vizespielführer. Und auch unter dem jetzigen Coach genießt der 29-Jährige wieder hohen Stellenwert, wie Marco Antwerpen betonte. Von dessen Arbeit ist der Mittelfeldspieler angetan – allerdings zwingt ihn gerade eine Blessur zum Zuschauen. Im Interview mit unserem Redaktionsmitglied Thomas Rellmann spricht er über die Veränderung in den Abläufen, den Ex-Trainer und die Ausgliederung.

Sie mussten zuletzt wegen muskulärer Probleme kürzertreten. Ist inzwischen Besserung in Sicht?

Rizzi: Zumindest ist die Woche gelaufen, gegen den KFC Uerdingen kann ich am Samstag nicht spielen. Eigentlich wollte ich Freitag wieder einsteigen, aber jetzt muss ich stattdessen in die MRT. Es dürfte eine Oberschenkelverhärtung sein, am Montag komme ich zurück.

Schmerzt die Zwangspause besonders, weil ein neuer Trainer da ist?

Rizzi: Das ist nicht der Hauptgrund. Aber die Vorbereitung ist eh kurz, auch wenn wir in der Winterpause alle viel gelaufen sind.

Wie gestaltet sich denn die Arbeit mit Antwerpen?

Rizzi: Es macht einfach Spaß. Alle sind mit Elan dabei. Er sagt: „Ihr entscheidet es auf dem Platz, ich kann euch nur meine Philosophie und Tipps an die Hand geben.“ Wenn man sieht, wie viel Freude wir auf dem Platz haben, bekommt man nicht das Gefühl, dass wir Tabellen-17. sind. Die Leichtigkeit ist zurück. Die Karten sind neu gemischt, und das ist auch gut, denn unser Kader ist ja eh nicht so groß. Alle, die vielleicht etwas hinten dran waren, haben wieder eine breitere Brust. Wir haben klare Spielprinzipien und Ansätze.

Hat es Sie gefreut, dass der Coach sie gleich zur Achse dazugezählt hat?

Rizzi: Natürlich. Wir haben auch schon viele Gespräche geführt, fast jeden Tag. Unser Spiel ist neu strukturiert. Das heißt aber nicht, dass unter Möhlmann alles schlecht war. Wir haben auch nie gegen ihn gespielt, nur zu wenig gepunktet, gerade auswärts. Jetzt ist ein neuer Impuls da, und die Herangehensweisen sind komplett unterschiedlich. Das war schon zwischen Steffen und Möhlmann so – und jetzt wieder. Ich habe in eineinhalb Jahren drei Trainer in Münster gesehen. Hoffen wir mal, dass das auch mein letzter hier ist.

Können Sie die Unterschiede konkretisieren?

Rizzi: Das Training ist auch intensiv, aber anders, eher etwas kürzer. Wir gehen kaum in den Wald, sondern arbeiten viel an Sprintfähigkeiten, an kurzen Wegen. Unsere Laktatwerte sind gut, das ist die Grundlage, deshalb können wir in anderen Bereichen etwas mehr tun. Wir wollen spritziger werden, aktiver im Spiel, dazu flexibler, besser umschalten. Die Trainingssteuerung finde ich sehr gut.

Am Sonntag fällt die Entscheidung über die Ausgliederung der Profi-Abteilung. Die meisten Spieler sind stimmberechtigt. Hat das in den letzten Tagen dazu geführt, dass Sie mehr Ruhe hatten, um sich sportlich vorzubereiten, weil der Fokus für den Club auf anderen Dingen liegt?

Rizzi: Das habe ich so jetzt nicht gespürt. Und in der Kabine spielt es auch keine große Rolle. Aber wir Profis wissen natürlich schon, dass es auch um die Existenz des Vereins geht. Trotzdem steht es uns nicht zu, eine Wahlempfehlung abzugeben. Das muss jedes Mitglied selbst wissen. Uns hat auch niemand vom Vorstand gesagt, wie wir abstimmen sollen. Wir haben alle auf der Jahreshauptversammlung gehört, wie es um den Verein steht. Was genau die Folgen wären, lässt sich ja auch noch nicht absehen. Wenn plötzlich frisches Geld da ist, könnten im Sommer zahlreiche neue Spieler kommen. Oder vielleicht sogar schon in diesem Winter.

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