Ehrung beim Turnier der Sieger
Paul Schockemöhle erhält Friedensreiterpreis

Münster -

Was ein echter Schockemöhle ist, der ist vor nichts bange. In jungen Jahren hatte der kleine Paul wenig Möglichkeiten, sein schmales Budget zu vergrößern. Also handelte er mit gebrauchten Schulbüchern und besserte so sein Taschengeld auf. Weil das Geschäft recht gut florierte, baute er sein Angebot aus und nahm gebrauchte Hühner mit ins Programm. Heute lacht er darüber, damals war es ihm schon wichtig. Und offensichtlich der Startschuss in eine berufliche Karriere, die sich sehen lassen kann.

Samstag, 12.08.2017, 09:08 Uhr

Der Friedensreiterpreis geht in diesem Jahr an Paul Schockemöhle. Laudator Hendrik Snoek (rechts) übergab den Ehrenpreis.
Der Friedensreiterpreis geht in diesem Jahr an Paul Schockemöhle. Laudator Hendrik Snoek (rechts) übergab den Ehrenpreis. Foto: Jürgen Peperhowe

Schockemöhle hat sich ein großes Logistikunternehmen aufgebaut – die Trucks sind überall zu sehen. Und zudem einen Pferdezuchtbetrieb in Lewitz, der alle Dimensionen sprengt. Letzteres nicht nur wegen der großen Anzahl von Stuten und Fohlen, sondern auch wegen der zuletzt außergewöhnlichen Zuchterfolge.

All das ist sicher sehr beeindruckend, aber immer noch kein Grund, diesen Mann auf den hippologischen Thron zu setzen. Dazu bedarf es mehr. Und „PS“ liefert mehr. Er war ein äußerst erfolgreicher Reiter, ehe er seine Aktionsfelder auch erfolgreich auf die Bereiche Zucht, Vermarktung, Turnierveranstaltung und Mäzenatentum erweiterte.

Paul Schockemöhle: Reiter, Züchter und Veranstalter

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  • Paul Schockemöhle mit seinem Pferd Deister bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles: Sie holten Bronze mit der Mannschaft.

    Paul Schockemöhle mit seinem Pferd Deister bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles: Sie holten Bronze mit der Mannschaft.

    Foto: Witters
  • Paul Schockemöhle mit Ausnahmepferd Totilas.

    Foto: Witters
  • Paul Schockemöhle auf dem Deutschen Spring-Derby 2006 als Turnierdirektor.

    Foto: Witters
  • Paul Schockemöhle mit Ausnahmepferd Totilas.

    Foto: Witters
  • Die Springreiter (v.l.) Rene Tebbel, Otto Becker, Franke Sloothaak und Paul Schockemöhle.

    Foto: Witters
  • Paul Schockemöhle.

    Foto: Witters
  • Paul Schockemöhle (l) mit Luder Beerbaum.

    Foto: Witters
  • Präsentation von Totilas 2010 bei Paul Schockemöhle (zweiter v. r.) in Mühlen mit Ann Kathrin Linsenhoff, Matthias Rath und Vater Klaus Rath. Paul Schockemöhle kaufte das Ausnahmepferd Ende 2010, um ihn in der Zucht einzusetzen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Paul Schockemöhle bei den Olympischen Spielen 2012 in London in der Ukrainischen Teamjacke.

    Foto: Jochen Lübke
  • Nach dem Vorführritt mit dem Dressurpferd «Totilas» wird Dressurreiter Matthias Rath am 06.02.2011 in Vechta vom Besitzer Paul Schockemöhle (l) begrüßt.

    Foto: Ingo Wagner
  • Der deutsche Reiter Paul Schockemöhle, aufgenommen im Derby-Park von Hamburg-Klein Flottbek.

    Foto: A2836 Carsten Rehder

Dieses Gesamtpaket hat die gestrenge Jury, die alljährlich im Rahmen des Turniers der Sieger den nächsten Friedensreiter kürt, absolut überzeugt. Das betonte Turnierchef Hendrik Snoek , als er am Freitagabend die Laudatio auf den 72-Jährigen hielt und ihm den Ehrenpreis überreichte. Und so mancher Gast wunderte sich: „Ich dachte, der hat längst einen Friedensreiter zu Hause.“

Beeindruckende Bilanz

Was sicher ein Beleg dafür ist, dass das Gremium mal wieder eine gute Wahl getroffen hat. So auch die Einschätzung der Gäste im Mövenpick , die dem neuen Preisträger mit lang anhaltendem Beifall gratulierten.

In sportlicher Hinsicht startete Schockemöhle zuerst als Pfleger der Pferde seines großen Bruders Alwin, ehe er sich schließlich selbst um Schleifen und Siegerpreise bemühte.

Die Bilanz heute: dreifacher Europameister, sechsfacher Deutscher Meister, Olympia-Silber und - Bronze in Montreal und Los Angeles. In Aachen holte er sich drei Mal den Großen Preis, in Hickstead gewann er drei Mal das Derby. Seinen letzten Coup landete er mit dem Kauf des Dressur-Wunderpferdes Totilas. Für die Zucht tat der Hengst eine Menge, sportlich blieb die Ausbeute allerdings überschaubar.

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