Fußball: 3. Liga
Christoph Strässer freut sich auf den Alltag – Preußen Münster beim SV Meppen

Münster -

Bei den Preußen ist aktuell viel Bewegung drin. Nach der Ausgliederung der Profiabteilung beginnt aber erst die eigentliche Arbeit. Da trifft es sich zur Abwechslung doch gut, dass endlich wieder Fußball gespielt wird.

Donnerstag, 18.01.2018, 14:01 Uhr

Präsident und Fan: Als Moderator, Organisator und Mediator hat Christoph Strässer die vergangenen Wochen verbracht. Am Sonntag darf er endlich wieder in die Zuschauerrolle schlüpfen.
Präsident und Fan: Als Moderator, Organisator und Mediator hat Christoph Strässer die vergangenen Wochen verbracht. Am Sonntag darf er endlich wieder in die Zuschauerrolle schlüpfen. Foto: Jürgen Peperhowe

Beim SC Preußen Münster findet derzeit eine historische Zäsur statt: Die Profi-Abteilung wird mit dem Segen der Mitglieder ausgegliedert, und der Traditionsverein schickt demnächst eine Betriebsmannschaft aufs Feld. Gleichzeitig wird mit Hochdruck ein Standort für ein neues Stadion gesucht. Es ist viel in Bewegung, unter anderem endlich auch wieder die Mannschaft, denn Fußball gehört ja irgendwie auch zum Kerngeschäft. Preußen-Präsident Christoph Strässer ist froh, dass nach schweren und anstrengenden Wochen jetzt wieder Schlagzeilen auf dem Platz geschrieben werden. Das verrät er im Gespräch mit Redakteur Ansgar Griebel.

Sie sind angetreten als Präsident eines Fußballvereins. Mittlerweile sind sie als Unternehmensgründer, Headhunter und Stadionbauer im Einsatz. Haben Sie sich das so vorgestellt?

Strässer: Eigentlich nicht. Als man an mich herangetreten ist, war ich auch nur ein ganz normaler und intensiver Fan des Vereins. Ich habe am Rand gestanden und rumgemeckert, wie man das so macht. Natürlich wusste ich um die Situation des Vereins. Aber was sich daraus dann entwickelt hat, war nicht abzusehen.

Frederike bittet zum Hallentraining

Preußen-Trainer Marco Antwerpen bat seine Schützlinge am Donnerstag zum Training in die trockene und vor allem windgeschützte Soccer-Halle. Nicht optimal, aber allemal besser als nichts, so Antwerpen: „Man kann mit dem Ball arbeiten.“ Naturgemäß wird sich das Hallengeläuf deutlich vom eher schlechten Platz in Meppen unterscheiden – so der überhaupt bespielbar ist. Eine Rasenheizung gibt es nicht, die Wetterprognose ist eher durchwachsen. So wird am Samstag eine Platzkommission über einen möglichen Spielausfall entscheiden – rechtzeitig vor Abfahrt des Preußen-Busses am Sonntag.

...

Jetzt sind die ersten wichtigen Haken gesetzt, wird es ruhiger für Sie?

Strässer: Wir haben ja nur die Zustimmung zur Ausgliederung von den Mitgliedern erhalten, die Arbeit beginnt damit erst. Jetzt müssen die bereits vorbereiteten Vertragsentwürfe fertiggestellt werden, der Wert von Marke und Verein muss ermittelt und ans Finanzamt weitergegeben werden. Aber das haben wir in professionelle Hände gegeben. Bis Ende Februar wollen wir das in trockenen Tüchern haben.

Und plötzlich rückt etwas in den Vordergrund, das irgendwie auch zu einem Fußballverein gehört. Es wird nämlich wieder Fußball gespielt ...

Strässer: (lacht) Und das ist auch gut so.

Was erwarten Sie von ihrem kickenden Personal?

Strässer: Ich hoffe, dass die aktuelle Entwicklung die Spieler zusätzlich motiviert. Das ist ein Zusammenspiel. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese quälende Zeit auch an der Mannschaft nicht komplett vorbeigegangen ist – und dass jetzt auch bei den Spielern der Kopf wieder freier wird.

Was versprechen Sie sich vom neuen Cheftrainer Marco Antwerpen an der Seitenlinie?

Strässer: Viel. Aus dem sportlichen Umfeld habe ich sehr viele positive Rückmeldungen erhalten. Marco Antwerpen motiviert die Mannschaft, so ist die einhellige Meinung, sehr gut.

Aber er ersetzt einen Trainer, von dem Sie ebenfalls sehr überzeugt waren.

Strässer: Das stimmt, und es tut mir nach wie vor sehr leid, dass wir diese Entscheidung treffen mussten. Benno Möhlmann hat die Mannschaft vor dem Abstieg bewahrt und die Fans zu Beginn der Saison sogar etwas ins Träumen gebracht. Aber die sportliche Entwicklung danach ließ uns keine andere Wahl.

Wohin soll der Weg jetzt gehen?

Strässer: Ich bin überzeugt, dass die Aufbruchstimmung auch die Mannschaft erreicht hat und ihr einen Schub gibt. Ich hoffe und bin auch davon überzeugt, dass die Mannschaft sich schnell aus dem Abstiegskampf verabscheiden wird.

Das Team war bei der Abstimmung über die Ausgliederung komplett vertreten. Wird sich die Führungsebene des SCP an diesem Sonntag in Meppen ebenfalls in voller Mannschaftsstärke präsentieren?

Strässer: Wir werden gut vertreten sein. Jetzt müssen auch wir alle Flagge zeigen und hinter der Mannschaft stehen. Das wünsche ich mir auch von den Fans, die über das Abstimmungsergebnis am Sonntag enttäuscht waren ...

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