Manipulationsskandal
Haftstrafen für spanische Profis gefordert

Madrid (dpa) - Bekannten Fußball-Profis wie Ander Herrera von Manchester United oder Gabi Fernández von Atlético Madrid droht wegen Verwicklung in eine mutmaßliche Manipulationsaffäre eine zweijährige Haftstrafe.

Mittwoch, 14.02.2018, 16:02 Uhr

Ander Herrera von Manchester United droht eine Haftstrafe in seiner Heimat Spanien.
Ander Herrera von Manchester United droht eine Haftstrafe in seiner Heimat Spanien. Foto: Nick Potts

Dieses Strafmaß sowie eine sechsjährige Sperre hat in Spanien die Staatsanwaltschaft für insgesamt 36 aktive und ehemalige Spieler und für den mexikanischen Trainer Javier Aguirre gefordert, wie die Sportzeitung «Marca» am Mittwoch unter Berufung auf Justizkreise berichtete. Für vier Funktionäre seien längere Haftstrafen gefordert worden, hieß es.

Der Prozess wegen Manipulationsverdachts beim spanischen Erstliga-Fußballspiel zwischen UD Levante und Real Saragossa vom 21. Mai 2011 wurde Ende Januar auf Antrag der für die Bekämpfung von Korruption zuständigen Staatsanwaltschaft neu aufgerollt. Das Gericht sieht genug Indizien dafür, dass die damaligen Saragossa-Spieler und ihr Trainer Aguirre vor knapp sieben Jahren in den Tagen vor dem Spiel bei Levante 965 000 Euro gesammelt hätten, um damit die Profis des Gegners zu bestechen.

Saragossa hatte damals am letzten Spieltag einen Sieg benötigt, um dem Abstieg zu entgehen. Das Team gewann das schwierige Auswärtsspiel bei Levante mit 2:1 und rettete sich. Den Weg in die 2. Liga musste Deportivo La Coruña antreten, das daheim dem FC Valencia mit 0:2 unterlag.

Dass die meisten der Beschuldigten bei einer Verurteilung tatsächlich hinter Gitter müssen, ist indes unwahrscheinlich: Haftstrafen von bis zu zwei Jahren werden in Spanien bei nicht vorbestraften Angeklagten fast immer zur Bewährung ausgesetzt.

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