Rodeln
Olympischer Doppelerfolg: Geisenberger vor Eitberger

Natalie Geisenberger krönt sich mit ihrem dritten Olympiasieg in Pyeongchang zur erfolgreichsten Rodel-Olympionikin. Dabei hat sie aus dem Fehler ihres Teamkollegen Felix Loch gelernt. Dajana Eitberger macht den deutschen Doppelerfolg perfekt.

Dienstag, 13.02.2018, 14:02 Uhr

Natalie Geisenberger jubelt über ihre Goldmedaille im Rodel-Einzel.
Natalie Geisenberger jubelt über ihre Goldmedaille im Rodel-Einzel. Foto: Daniel Karmann

Pyeongchang (dpa) - Als Natalie Geisenberger ihre Gold-Fahrt beendet hatte, war auch Teamkollege Felix Loch nicht mehr zu halten. 

Die tragische Figur vom Männer-Rennen drückte der Ausnahmerodlerin nach ihrem erneuten Gold-Coup bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang einen dicken Kuss auf die Wange.

Mit ihrem dritten Olympiasieg stieg die 30-Jährige aus Miesbach am Dienstag zur erfolgreichsten Olympionikin ihrer Sportart auf. «Ich war so entspannt wie noch nie. Ich habe alles erreicht, was ich mir erträumt habe. Und jetzt noch ein bisschen mehr», sagte sie im Olympic Sliding Centre.

Olympische Winterspiele Pyeongchang 2018: die deutschen Medaillengewinner

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    Erik Lesser (l.-r.), Benedikt Doll, Arnd Peiffer und Simon Schempp aus Deutschland jubeln im Ziel über die Bronzemedaille.

    Foto: dpa
  • Die deutschen Nordischen Kombinierer haben bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang die Goldmedaille im Mannschaftswettbewerb gewonnen. Vinzenz Geiger, Fabian Rießle, Eric Frenzel und Johannes Rydzek holten sich am Donnerstag nach dem Springen von der Großschanze und dem Langlauf über 4x5 Kilometer souverän den Sieg.

    Foto: Daniel Karmann/dpa
  • Pilotin Mariama Jamanka (l.) und Anschieberin Lisa Buckwitz (r.) jubeln im Ziel über ihre Goldmedaille.

    Foto: Tobias Hase
  • Historischer Triumph in der Nordischen Kombination: Alle drei Medaillen gehen an Deutschland. v.l. Eric Frenzel (Bronze), Johannes Rydzek (Gold), und Fabian Riessle (Silber) jubeln im Ziel.

    Foto: dpa
  • Die Skisprung-Mannschaft gewann Silber im Teamwettbewerb.

    Foto: dpa
  • Francesco Friedrich und Thorsten Margis gewannen Gold im Zweierbob.

    Foto: dpa
  • Simon Schempp gewann Silber im Biathlon/Massenstart über 15 Kilometer.

    Foto: dpa
  • Jacqueline Lölling gewann Silber im Skeleton.

    Foto: dpa
  • Über die Goldmedaille in der Teamstaffel Rodeln freuen sich (v.l.) Natalie Geisenberger, Johannes Ludwig, Tobias Wendl und Tobias Arlt.

    Foto: Tobias Hase
  • Obenauf: Nach einem Fehler im Kurzprogramm waren die Medaillenchancen für Aljona Savchenko und Bruno Massot  in weite Ferne gerückt, doch dank eines Weltrekordlaufs katapultierten sich die Eiskunstläufer noch auf das oberste Treppchen.  

    Foto: dpa
  • Die Bronzemedaille beim Rodeln konnte sich das Duo Toni Eggert und Sascha Benecken sichern.

    Foto: Tobias Hase
  • Tobias Wendl und Tobias Arlt holten beim Rodeln im Doppelsitzer eine weitere Goldmedaille für Deutschland. 

    Foto: Tobias Hase
  • Eric Frenzel gewann die Goldmedaille in der Nordischen Kombination.

    Foto: Hendrik Schmidt
  • Natalie Geisenberger holt die fünfte Goldmedaille für das deutsche Olympia-Team mit ihrer Leistung im Rodeln.

    Foto: Daniel Karmann
  • Dajana Eitberger freut sich über ihre Silbermedaille im Rodeln.

    Foto: Daniel Karmann
  • Katharina Althaus gewinnt die Silbermedaille für ihre Leistung beim Skisprung.

    Foto: Daniel Karmann
  • Andreas Wellinger gewann die Goldmedaille im Skispringen von der Normalschanze und Silber von der Großschanze.

    Foto: Kirsty Wigglesworth
  • Dreifache Medaillengewinnerin Laura Dahlmeier: Goldmedaillen gewann sie jeweils in Verfolgung und Sprint, Bronze für 15-km-Einzel.

    Foto: Michael Kappeler
  • Biathlet Benedikt Doll gewann bei der Verfolgung Bronze.

    Foto: Michael Kappeler
  • Auch die Biathlon-Herren waren schon siegreich: Arnd Peiffer holte Gold im Sprint.

    Foto: Michael Kappeler
  • Johannes Ludwig gewann die Bronze-Medaille im Rodeln (Einsitzer).

    Foto: Daniel Karmann

Dajana Eitberger machte mit Silber bei ihrem Olympia-Debüt den deutschen Doppelerfolg perfekt und umschlang Geisenberger mit der deutschen Fahne. «Ich bin total happy, sprachlos, erleichtert und euphorisch», sagte die 27-Jährige aus Ilmenau und sprach von einer «Achterbahn der Gefühle». Schwer enttäuscht war indes 2010-Olympiasiegerin Tatjana Hüfner, die im vierten und letzten Lauf von Platz zwei hinter die Bronze-Gewinnerin Alex Gough aus Kanada zurückfiel.

Geisenberger hatte vor vier Jahren in Sotschi schon Gold im Einzel und bei der Premiere des Teamwettbewerbs geholt. Am Donnerstag kann sie mit der Mannschaft noch ihren vierten Olympiasieg einfahren.

In Pyeongchang zeigte sie wieder einmal ihre Dominanz. In allen vier Läufen wirkte sie souverän. «Mich freut es für die Natalie. Sie hat es in vier Läufen hinbekommen. Das ist hammergeil und echt stark», sagte Felix Loch, der am Sonntag sein viertes Gold im letzten Lauf durch einen Fehler vergeben hatte. Ähnlich sah es Rodel-Idol Georg Hackl: «Wahnsinn, Platz eins und zwei ist mehr als wir erwarten durften. Ich bin froh, dass zwei von den Mädels das gemeistert haben.»

Cheftrainer Norbert Loch hatte bereits vor dem Wettkampf prophezeit: «Sie ist in der Form ihres Lebens.» Kurz vor Olympia gewann Geisenberger als erste Frau überhaupt sechsmal in Serie den Gesamtweltcup. Bei allen 13 Rennen in diesem Winter, ob Weltcup oder Sprintrennen, stand sie auf dem Podest. Ihre Erfolgsserie als Rekordsiegerin baute sie auf 48 Weltcupsiege aus.

Aus dem Fehler von Felix Loch vom Sonntag hatte sie die richtigen Schlüsse. «Bei der Natalie war fast nirgendwo ein Fehler drin», lobte der Cheftrainer Norbert Loch.

Bei den Winterspielen 2022 in Peking wird sie aber wohl nicht mehr dabei sein, zumindest nicht als Sportlerin. Nach elf Jahren im Weltcup denkt sie an das Karriereende. Vielleicht fährt sie noch die Heim-WM 2019 in Winterberg. Was dann sportlich kommt, ist offen. Künftig ist Privates wichtiger. Eventuell steht schon bald die Hochzeit mit ihrem Freund Markus Scheer an, der an der Bahn in Pyeonchang mitfieberte.

Etwas bedröppelt stand Tatjana Hüfner neben dem jubelnden Team. So hatte sie sich den Olympia-Abschied nicht vorgestellt. «Das ist das Bittere für mich. Ich bin ins Ziel gekommen und dachte, es war ein anständiger Lauf», sagte die 34-Jährige. «Das muss ich so hinnehmen. Bei den nächsten Olympischen Spielen sieht man mich auf jeden Fall nicht mehr.»

 

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