Leichte Patzer
Savchenko/Massot enttäuscht: Nur Platz vier vor Olympia-Kür

Eine fehlende Umdrehung beim Salchow macht die großen Hoffnungen von Savchenko/Massot auf den Olympiasieg fast zunichte. Nach dem Patzer im Kurzprogramm sind die Oberstdorfer als Vierte total gefrustet. Und Katarina Witt ist sogar sauer.

Mittwoch, 14.02.2018, 10:02 Uhr

Aljona Savchenko und Bruno Massot auf dem Eis.
Aljona Savchenko und Bruno Massot auf dem Eis. Foto: Peter Kneffel

Pyeongchang (dpa) - Aljona Savchenko tröstete Bruno Massot nur kurz und rang um Fassung - zu groß war der Schock nach dem fatalen Patzer des 29-Jährigen beim Salchow.

Der gebürtige Franzose hatte das olympische Kurzprogramm vermasselt. Nach dem Aussetzer leuchtete nur Rang vier auf der Anzeigetafel in Pyeongchang für die als Gold-Paar gehandelten Oberstdorfer. Die 34-jährige Savchenko war total geknickt: «Es war ein Fehler, da kann man nix machen, klar ist die Enttäuschung da.» Mit Blick auf die Kür am Donnerstag (10.30 Uhr Ortszeit/02.30 Uhr MEZ) versprach sie: «Aber wir versuchen in der Kür das Beste, vielleicht schreiben wir Geschichte.» Schon mit Robin Szolkowy war es in Vancouver 2010 und Sotschi 2014 nur Bronze geworden, weil der Chemnitzer Aussetzer bei den Sprüngen hatte.

«Es ist lächerlich, ich habe vier Jahre trainiert und mache so eine Dummheit», sagte Massot, dem beim dreifach geplanten Salchow eine Umdrehung fehlte. «Wir sind hier für Gold und nichts anderes. Ich will nicht, dass Aljona wieder mit Bronze nach Hause fährt.» Ob sie ihn nun aufbauen werde, wurde Savchenko gefragt. «Das muss er selbst machen», lautete die knappe Antwort.

«Es ist so ärgerlich, ich bin ein bisschen sauer. Es ist schade, schade, schade», sagte Katarina Witt der Deutschen Presse-Agentur . «Aber jetzt haben sie erst recht nichts mehr zu verlieren. Ihre Kür ist ein Meisterstück, sie müssen sich jetzt ganz darauf einlassen und alles drumherum vergessen», lautete der Tipp der zweimaligen Olympiasiegerin. Sechs Punkte aufzuholen, ist für die WM-Zweiten nicht unmöglich. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass alle Paare vor ihnen in der Kür schwächeln, ist gering.

Die fetzige Kurzkür zum Lindy Hop «That Man» war am Mittwoch in der Gangneung Eisarena das originellste Stück - nach der Unachtsamkeit wurden Savchenko/Massot aber mit nur 76,59 Punkten hinter den sicheren Weltmeistern Sui Wenjing/Han Cong aus China (82,39), den Europameistern Jewgenija Tarassowa/Wladimir Morosow (OAR/81,68) und Meagan Duhamel/Eric Radford (Kanada/76,82) einsortiert.

«Es ist passiert, Punkt aus, Feierabend. Morgen heißt das Stichwort Attacke, was willst du noch rumlabern?», sagte Coach Alexander König. «Wenn ich mir die Serie von Bruno angucke, steht es glaube ich 50:1 für einen gelungenen Salchow. Aus einem dreifachen den zweifachen zu machen, ist die Höchststrafe.»

«Trainingsmäßig sah es nicht so aus, dass er schwächeln muss. Wahrscheinlich hat er Fracksausen gehabt», meinte Udo Dönsdorf, Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union. Die Verantwortlichen wollten in der kurzen Zeit alles dafür tun, Massot den immensen Druck zu nehmen, denn an der körperlichen Verfassung lag es nicht. «Mein Rücken ist okay», bestätigte der Olympia-Debütant.

Eine positive Vorstellung lieferten die EM-Achten Annika Hocke/Ruben Blommaert ab und erreichten auf Rang 16 gerade noch das Finale. Zum Song «Big Spender» erlaubten sich die Berliner in ihrem ansehnlichen Vortrag nur einen Wackler, als der 25-Jährige beim Auslauf nach dem dreifachen Toeloop die von den Shorttrack-Wettbewerben ungewohnt hohe Bande berührte.

«Ich brauche mehr Anlauf als Annika, da wurde es ein bisschen eng. Schön zu wissen, dass die Bande weich ist», sagte der gebürtige Belgier schmunzelnd. Dönsdorf jubelte über den Finaleinzug der beiden, die erst ein Jahr zusammen arbeiten: «Das ist ein schönes Ergebnis, sie haben das gezeigt, was sie können.» Die Note von 63,04 Punkten war Saisonbestleistung.

Am lautesten wurde es unter den rund 7000 Zuschauern in der bei weitem nicht ausverkauften Halle, als Ryom Tae Ok und Kim Ju Sik den Eisring betraten. Rund 100 nordkoreanische Cheerleader heizten ein und freuten sich über 69,40 Zähler und Platz elf für ihr Paar. «Wir sind sehr glücklich, mit anderen Nationen auftreten zu können. Wir sind froh über die Unterstützung aus Nord- und Südkorea, wir fühlen die Kraft und Energie der koreanischen Zuschauer», sagte der 25 Jahre alte Kim, der mit seiner sechs Jahre jüngeren Partnerin zeitweise von Bruno Marcotte in Kanada trainiert wird.

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