Kommentar: Trumps "Drecksloch-Länder"-Bemerkung
Rassistisch veranlagt

Manchmal reicht ein einziges Wort, um einen Politiker zu demaskieren – und seinen moralischen Bankrott gnadenlos offenzulegen. Bei Donald Trump ist dieser Begriff „Dreckslöcher“. Mit diesem undifferenzierten Gossen-Jargon in der komplexen Einwanderer-Debatte hat Trump gleich mehrere Dinge zu erkennen gegeben – und keines ist vorteilhaft für ihn.

Freitag, 12.01.2018, 18:01 Uhr

Kommentar: Trumps "Drecksloch-Länder"-Bemerkung: Rassistisch veranlagt
US-Präsident Trump ist wegen seiner Wortwahl und seiner rassistischen Einstellung schon mehrfach in die Kritik geraten. Foto: Evan Vucci (dpa)

Das erste Fazit: Donald Trump hat eine rassistische Ader. Er bevorzugt, wenn überhaupt, Einwanderer aus Norwegen, Deutschland oder den Niederlanden. Für ihn scheint nur die Hautfarbe Weiß akzeptabel.

Eine Tendenz für seine rassistische Veranlagung war bereits im letzten Jahr deutlich geworden, als er nach Übergriffen von Ultrarechten im Bundesstaat Virginia argumentierte, es gebe doch „jede Menge feine Leute“ unter ihnen. Oder als er afro-amerikanische Sportler, die gegen Polizeigewalt demonstrierten, als „Hurensöhne“ abstempelte. Oder Mexikaner als „Vergewaltiger“ brandmarkte.

Das zweite Fazit: Trump verkennt völlig die Geschichte der USA, bei der Einwanderer aus Afrika eine große Rolle spielten. Viele wurden als Sklaven nach Amerika transportiert und halfen beim Aufbau der Nation, der nun Trump vorsteht. Doch er, im Goldenen Käfig des Trump-Towers stets von Dienstboten umgeben, scheint dies einfach nicht zu wissen. Die Frage ist nun, wie lange seine Kernwählerschaft noch bereit ist, derartig unglaubliche Ausfälle zu tolerieren.

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