Kommentar
Sorgenbahn Eurobahn: Zweiter Schuss vor den Bug

Münster -

Die Eurobahn hat die zweite Abmahnung kassiert. Die aller-, aller-, allerletzte Warnung? Wohl kaum. Alle Beteiligten wissen, dass der Auftraggeber NWL dem inzwischen größten Eisenbahn-Unternehmen in NRW so ohne Weiteres nicht den Stuhl vor die Tür stellen wird. Zu groß sind die juristischen Hürden, zu schwergewichtig wäre die Aufgabe, kurzfristig einen neuen Betreiber für vier Netzte zu finden.

Donnerstag, 06.12.2018, 18:30 Uhr aktualisiert: 06.12.2018, 18:48 Uhr
Foto: Gunnar A. Pier

Also: Gut gebrüllt, Löwe, – und weiter so wie bisher? Eher nicht. Der Zweckverband hat vielmehr einen pfiffigen Weg zum Ziel gewählt.

Die Tochter des französischen Keolis-Konzerns öffentlich derart anzuschießen, erzeugt den für Veränderungen nötigen Druck. Damit sich beim Eisenbahn-Konzern nun tatsächlich etwas zum Vorteil der Kunden ändert, hat ihm der Verband darüber hinaus ein konsequentes Monitoring in die Agenda genagelt.

Ein Vergaberecht, das so gestrickt ist, dass immer der kostengünstigste Anbieter den Zuschlag bekommt, sorgt automatisch dafür, dass der Bewerber spart, wo es nur geht. Die Folgen sind bekannt.

Eurobahn-Management und -Organisation werden nun auf den Prüfstand gestellt – und bei Bedarf von außen auf Vordermann gebracht. Das ist gut so. Und überdies zielführender als ein spektakulärer Rauswurf. Weil die Verbesserungsvorschläge der externen Experten nicht Wünsche sind, sondern für die Sorgenbahn Befehlscharakter haben werden.

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