Kommentar
Chance verpasst: nur ein Cent pro Knotenbeutel

Aldis Ankündigung ist nicht mehr als ein Marketing-Coup. Der Discounter will auf der derzeit durch Deutschland schwappenden grünen Welle mitsurfen und durch halbherzige Symbolpolitik sein Image aufpolieren.

Dienstag, 11.06.2019, 20:28 Uhr
Plastiktüten für loses Obst und Gemüse hängen auf einer Rolle vor einer Gemüsetheke in einem Supermarkt. Foto: dpa

Dabei verpasst das Unternehmen die große Chance, ein echtes Zeichen für den Umweltschutz zu setzen.

Es wäre nur konsequent gewesen, die Knotenbeutel entweder ganz aus den Märkten zu verbannen oder einen spürbaren Betrag dafür zu verlangen. Die Bepreisung von einem Cent setzt hingegen für Verbraucher keinerlei Anreize, das Einkaufsverhalten zu überdenken. Dabei wäre kaum eine Maßnahme zur Plastikvermeidung gleichzeitig so effektiv und mit wenig Entbeh­rungen verbunden wie der Verzicht auf die Tütchen.

In einer Gesellschaft, in der wir mehr denn je über den sinnvollen Umgang mit Ressourcen diskutieren, kann es nicht zu viel verlangt sein, einen Stoffbeutel für den Gemüseeinkauf zu verwenden. Als Alternative können im Markt zudem wiederverwendbare Alternativprodukte angeboten werden. Dass dies funktioniert, zeigen Ruanda, Tansania und Kenia. Dort steht der ­Plastiktütengebrauch seit einiger Zeit sogar unter Strafe.

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