Kommentar
Sinnvolles Signal

Dass die Bahn die zu erwartende Senkung der Mehrwertsteuer im Fernverkehr an die Kunden weitergeben will, ist ein sinnvolles Signal. Nach Jahren der quasi automatischen Preiserhöhungen wäre das mal ein sichtbarer Anreiz. Viele Reisende dürften dann noch mal nachrechnen, ob die Bahn nicht doch attraktiver ist als das eigene Auto.

Dienstag, 10.09.2019, 21:46 Uhr aktualisiert: 10.09.2019, 22:00 Uhr
Foto: Armin Weigel

Mit den Preissenkungen allein ist das Ziel, die Bahn zum Verkehrsmittel des 21. Jahrhunderts zu machen, nicht zu erreichen. Zahlreiche weitere Aufgaben sind zu erledigen. Nach Jahren des Stillstands müssen viele Streckenkilometer saniert, andere neu gebaut werden. Die Taktzyklen müssen verkürzt, der Service modernisiert werden. Und die Übergänge auf andere Verkehrs träger vom Auto über das Fahrrad bis zu Bus und Straßen bahn müssen schneller und geschmeidiger werden.

Das kostet Geld, viel Geld. Auch da wäre die einzu­sparende Mehrwertsteuer gut aufgehoben. Für Bahn-Chef Lutz ist die Aufgabe so etwas wie die Quadratur des Kreises: unerreichbar. Also wird er weitere Geldquellen auftun müssen. Allemal lobenswert bleibt der Plan der Bahn, sich auf Deutschland zu konzentrieren und das Angebot auszubauen statt kleinzusparen.

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