Video: Angebot für Senioren zur eigenen Fahreinschätzung
76-Jährige testet Fahrtauglichkeit

Münster -

Die Verkehrswacht Münster startete am Mittwoch eine landesweite Premiere. Die 76-jährige Dr. Annette Knievel-Frönd hatte dabei die Hauptrolle.

Donnerstag, 16.02.2017, 16:00 Uhr aktualisiert: 16.02.2017, 17:55 Uhr
Annette Knievel-Frönd ist die erste Seniorin, die das kostenlose Angebot einer Testfahrt der Verkehrswacht Münster am Mittwoch nutzte. Im Bild (v.l.): Christoph Becker, Michael Semrau, Erich Kaiser und Volker Pellmann. Foto: mm

Eine ganz besondere Ausfahrt wurde am ersten Frühlingstag unternommen. Am Steuer eine Seniorin, auf dem Beifahrersitz ihres Opel Astra Fahrsicherheitstrainer Erich Kaiser . Den Schlüssel im Zündschloss umgedreht, gekuppelt, den Gang eingelegt und Gas gegeben, kutschierten die beiden nach Wolbeck. Immer schön vorausschauend, in der Spur bleibend und auf die Ampelschaltung achtend. Eine Premiere, bei der die 76-jährige Dr. Annette Knievel-Frönd nicht auf die Tube drückte, sondern von einem Fachmann wissen wollte, wie es um ihre Fahrkünste bestellt ist.

Die frühere Internistin hat drei süße Enkelkinder im Alter von vier Monaten bis sieben Jahren. „Ich möchte sie sicher transportieren“, sagte am Mittwoch Annette Knievel-Frönd, die sich am liebsten aufs Fahrrad schwingt. „Meine Tochter möchte mir doch ihre Kinder anvertrauen“, berichtet die junggebliebene Seniorin.

Ein VHS-Vortrag des Geschäftsführers der Verkehrswacht Münster , Christoph Becker, habe sie zu diesem etwas anderen Test angelockt, nach dem weder der Führerschein futsch ist, noch es eine Bescheinigung gibt. „Ich habe dort angerufen“, erzählt Knievel-Frönd. „Und wir waren begeistert“, freut sich Becker, der Senioren zu solch kostenlosen Probefahrten zwecks Selbsteinschätzung im Straßenverkehr nur ermuntern kann.

Die Verkehrswacht hatte schon vor einiger Zeit dieses Angebot für ältere Verkehrsteilnehmer im Visier. Jetzt wurde es erstmals umgesetzt. Die 76-Jährige macht sich nichts vor: „Im Alter verlangsamen sich die Denkabläufe, die Selbstkritik wird differenzierter.“ Sie hat noch den „grauen Lappen“, den sie vor 50 Jahren im ersten Durchlauf bestanden hat. Gerne fährt sie mal nach Greven, Telgte oder Wolbeck. „Aber ich fahre nicht gerne auf der Autobahn. Da gab es mal eine Sperrung und ich musste ohne Navi durchs Ruhrgebiet“, erinnert sich Annette Knievel-Frönd an die stressige Situation.

Wie es mit den Unsicherheiten mit steigendem Alter hinter dem Steuer bestellt ist, testen die Fahrsicherheitstrainer Volker Pellman, Peter Möllers und Erich Kaiser von der Verkehrswacht. Vorsitzender Michael Semrau: „Wir werden immer älter und möchten gerne lange mobil bleiben.“ Umso wichtiger sei es zu prüfen, ob man sich der Situation auf der Straße aussetzen möchte. „Die Unfallstatistik bei Senioren ist nicht großartig höher als bei anderen Verkehrsteilnehmern. Doch die Folgen sind für ältere Menschen nach einem Unfall gravierender“, betont Volker Pellmann.

Was die Premieren-Fahrerin angeht, wurde sie auf der Wolbecker Straße von Kaiser durchs Gespräch abgelenkt. Mit der Folge, dass sie 50 statt der erlaubten 70 km/h auf einer Teilstrecke fuhr. In einer Sackgasse kostete es sie Überwindung, eine Notbremsung zu vollführen. Dazu merkte Erich Kaiser an, dass es nur eine Chance gebe, wenn ein Kind über die Straße läuft. Sein Fazit: „Frau Knievel-Frönd fährt für ihr Alter sehr gut. Und der Termin für eine Autobahnfahrt steht bereits fest.“

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Wer das kostenlose Angebot zur eigenen Fahreinschätzung nutzen möchte, ist bei der Verkehrswacht richtig. Telefon 0 25 01 / 268-53 54, Email: geschaeftsstelle@verkehrswacht-ms.de.

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Senioren starten Testfahrten mit Sicherheitstrainern

Schulterblick, Fußgänger, Radfahrer, Lkw, Kreisverkehr, Einfädeln, Gas geben, bremsen – wer hinterm Steuer sitzt, muss nonstop auf der Hut sein. Gleich in welchem Alter, gleich bei welchem Wetter. Mit den Jahren kann der Schulterblick jedoch höllisch schmerzhaft sein oder das Seh- und Hörvermögen nachlassen. Wenn die Reaktionen im Straßenverkehr langsamer werden ist guter Rat gefragt. Hier will die Verkehrswacht Münster ansetzen. Mit drei eigenen Fahrsicherheitstrainern bietet sie eine „Selbstfahreinschätzung“ für ältere Verkehrsteilnehmer und deren Angehörige an. Zertifizierte Fahrsicherheitstrainer sind auf dem Beifahrersitz dabei, um Senioren in ihrem eigenen Auto bei einer Fahrt Tipps und Hinweise sowie eine Einschätzung abzugeben, wie sicher man noch hinterm Steuer ist.

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