Gläserne Backstube
Vollkornbäckerei „Cibaria“ plant neuen Hauptsitz am Mittelhafen

Münster -

„Cibaria“ zieht um. Weit hat es der Betrieb nicht: Von der Bremer Straße, wo seit knapp 30 Jahren Bio-Brötchen gebacken werden, geht es zur Hafen-Südseite. Dort soll eine gläserne Backstube entstehen.

Mittwoch, 22.08.2018, 13:00 Uhr aktualisiert: 22.08.2018, 13:51 Uhr
Nach dem Umbau der alten Lehnkering-Halle am Mittelhafen wird vom Beton nicht mehr viel zu sehen sein. Eine Holzfassade und ein neues Dach sollen für eine neue Cibaria-Optik sorgen. Foto: Entwurf: Archplan, Visualisierung: Loom

Der bisherige Standort der Bio-Bäckerei „Cibaria“ ist ausgereizt. Bahngleise begrenzen das Areal, die Bremer Straße sowie die Nachbarbebauung sorgen dafür, dass eine Erweiterung an dieser Stelle nicht mehr möglich ist. Ihr gefalle es am Gründungsort immer noch sehr gut, sagt Rike Kappler . Doch Zug um Zug sei die Bäckerei dort in knapp 30 Jahren ausgebaut worden. Jetzt stößt der Betrieb an seine Grenzen, darum der geplante Umzug in absehbarer Zeit an den Mittelhafen.

Eine neue Adresse, die die Geschäftsführerin Rike Kapp­ler aber freut. Denn damit bliebe ihr Handwerksbetrieb in der Stadt.

Seit dem Jahr 2014 verfolgt die 59-Jährige dieses Ziel. Ein Glücksfall sei es für sie gewesen, erzählt die Betriebsinhaberin, dass ein erster Interessent vom Kauf der ehemaligen Lenkering-Halle zurückgetreten sei.

Abriss der Osmo-Hallen: Wie sich das Gesicht des Hafens ändert

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    Abschied von den Osmo-Hallen: Ein großer Teil des alten Industriegebäudes ist bereits abgerissen.

    Foto: Oliver Werner
  • Auf der freien Fläche am Wasser plant die LVM einen Gebäudekomplex mit Büros, Restaurants und Wohnungen. Auf dem Nachbargrundstück (rechts) wollen Andreas Deilmann und Rainer M. Kresing...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ...Wohnungen bauen. Es handelt sich um die weißen Gebäude auf diesem Plan der Stadt Münster.

    Foto: Stadt Münster
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    Im Münster-Modell stehen die Neubauten am Hafen schon. Beim LVM-Gebäude in der Mitte sind schon viele Details zu erkennen. Links davon ist die geplante Erweiterung des Coppenrath-Verlags, rechts die des Kuhr-Speichers zu sehen. Das braune Gebäude am linken oberen Rand ist das im Bau befindliche Hafencenter.

    Foto: Oliver Werner
  • Das über die Wasserkante hinausragende Dach der Osmo-Hallen wird als Wahrzeichen des Hafens in abgeänderter Form erhalten bleiben. Darunter will die LVM eine überdachte, öffentlich zugängliche Freifläche errichten.

    Foto: Oliver Werner
  • Während der Bereich zwischen Wasserkante und Hafenweg fast schon komplett freigeräumt ist, haben die Arbeiten bei den hinteren Hallenteilen noch gar nicht begonnen.

    Foto: Oliver Werner
  • Da es für das Projekt von Deilmann und Kresing, das sich vom Hafenweg bis zur Schillerstraße erstreckt, noch kein Baurecht gebe, werde auch jetzt noch nicht abgerissen, heißt es.

    Foto: Oliver Werner
  • Die hinteren Hallenteile werden laut Deilmann-Projektentwicklung „frühestens in zwei Jahren″ abgerissen.

    Foto: Oliver Werner
  • Das LVM-Projekt ist da schon wesentlich weiter.

    Foto: Oliver Werner
  • Nur ein Teil der Halle des ehemaligen "Heaven" (im Hintergrund) steht noch.

    Foto: Oliver Werner
  • Zudem müssen noch einige Teile der Dachkonstruktion über dem Hafenweg entfernt werden.

    Foto: Oliver Werner
  • Bis Anfang September soll die alte Halle auf dem LVM-Gelände komplett demontiert sein.

    Foto: Oliver Werner
  • Auch auf der anderen Hafen-Südseite (links) ändert sich gerade einiges.

    Foto: Oliver Werner
  • Diese Lagerhalle im Eigentum der Stadtwerke verschwindet.

    Foto: Oliver Werner
  • Auch das Bürogebäude des früheren Gefahrgutlagers Lehnkering wird abgerissen. Damit wolle man Vandalismus zuvorkommen, sagt Stadtwerke-Pressesprecher Florian Adler. Für die alte Betonhalle von Lehnkering gibt es andere Pläne...

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Vollkorn-Bäckerei Cibaria will dort eine gläserne Backstube bauen.

    Foto: Entwurf Archplan, Visualisierung Loom
  • Wenn alles glatt läuft, soll auf der Südseite zudem ab Ende 2019 eine 700 Meer lange und bis zu 15 Meter breite Promenade entstehen. 

    Foto: Matthias Ahlke
  • Entlang der Hafenkante soll ein Geländer für Sicherheit sorgen. Clou des Entwurfs: zwei Sonnenterrassen, die über dem Wasser schweben.

    Foto: scapa - landschaftsarchitekten
  • Auf der Südseite hat sich in den letzten Jahren ohnehin schon mehr getan als gegenüber: (V.r.n.l.) Das Wolfgang-Borchert-Theater ist in den umgebauten Flechtheimspeicher gezogen. Auch der Rhenusspeicher wurde kernsaniert. Neu ist der Bürokomplex "Dock 14", in dem ein Dutzend Firmen untergebracht sind.

    Foto: Oliver Werner
  • Daneben hat der "SuperBioMarkt" eine neue Zentrale gebaut. 

    Foto: Oliver Werner
  • Schließlich hat die Hafenkäserei eine Heimat in Münster gefunden.

    Foto: Oliver Werner

Aus Betonhalle soll gläserne Backstube werden

Für sie sei es wichtig, macht Kappler deutlich, „dass unsere Arbeit für den Kunden erlebbar bleibt“. „Das Handwerk muss sich zeigen“, sagt die Handwerksmeisterin und freut sich darum schon auf die gläserne Backstube. Außerdem sei ein Bäckereibetrieb auch in einem Mischgebiet mit Wohnbebauung sehr verträglich, wirbt Rike Kappler für den alten und neuen Standort. Jetzt wartet die 59-Jährige auf die Baugenehmigung der Stadt, dann könnte es losgehen.

Eigentlich sei ein Umzug bereits im kommenden Jahr geplant, erklärt Kappler, die sich von diesem Ziel auch noch nicht verabschieden möchte. Trotzdem gestaltet sich der Umbau der vorhandenen Halle mit ihren tristen Betonwänden schwierig. Ein Neubau wäre möglicherweise einfacher, so Kappler.

Cibaria-Geschäftsführerin Rike Kappler

Cibaria-Geschäftsführerin Rike Kappler Foto: gh

Eigens für die Verlagerung des Cibaria-Standortes sei die Cibaria Limani GmbH & Co. KG gegründet worden. Mehr als zehn Investoren seien beteiligt. Auch in dieser Gesellschaft hat Rike Kappler die Geschäftsführung. Die neue Gesellschaft ist Bauherrin, die Bäckerei mietet die Räume an.

Vollornbäckerei Cibaria

Die ökologisch-biologische Vollkornbäckerei Cibaria wurde 1990 in Münster gegründet. Gründerin und Geschäftsführerin ist Rike Kappler. Cibaria betreibt die Bäckerei an der Bremer Straße und beliefert heute Superbiomärkte, Naturkostländen sowie zahlreiche Wochenmärkte in Münster und im Umland. 65 Mitarbeiter sind in dem Unternehmen beschäftigt, dazu zählen sechs Auszubildende. Früher wehte ihr viel Skepsis entgegen, sagt Rike Kappler, heute gebe es keine Probleme mit der Akzeptanz. Das Sortiment des Bäckereibetriebes umfasst inzwischen 50 Brotsorten und 28 Brötchensorten sowie 20 verschiedene Kuchen. Insgesamt 250 verschiedene Artikel beinhaltet das Sortiment des Handwerksbetriebes.

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Neues Bistro und Expansionspläne

Mehrere Millionen Euro werden am neuen Standort investiert, der den 65 Mitarbeitern die Arbeit erleichtern soll. Bisher, erklärt die Betriebsinhaberin, sei ein Teil der Arbeit in der Produktion und der Verwaltung mit vielen Laufwegen innerhalb des verwinkelten Betriebes verbunden gewesen. Die Fläche der Produktion wird künftig um das Dreifache auf 1800 Quadratmeter erweitert. Knapp 3000 Quadratmeter stehen Cibaria am Mittelhafen zur Verfügung, bisher musste der Betrieb mit knapp einem Drittel davon auskommen. Kappler wünscht sich aber nicht nur „glattere Betriebsabläufe“, auch die Expansion sei ein Thema. Langfristig möchte sie noch mehr Märkte beliefern.

Der Laden an der Bremer Straße bleibe, erklärt die Handwerksmeisterin. Zusätzlich wird auch am neuen Standort ein Geschäft mit Bistro-Charakter eingerichtet. Dafür arbeitet Cibaria mit der Fachhochschule in Münster zusammen.

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