Kunst im Allwetterzoo
Ein Zoo-Künstler unter Geiern

Münster -

Der frühere Fachhochschul-Dozent Prof. Ulrich Martini hat in seinem Ruhestand zahlreiche Exponate für den Zoo gestaltet. Darunter Geier-Nachbildungen und 40 Vitrinen mit kleinen Bären.

Samstag, 22.09.2018, 17:30 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 22.09.2018, 17:30 Uhr
Prof. Ulrich Martini unter Geiern: Mit den lebensgroßen Nachbildungen der Aasfresser hat der frühere Fachhochschul-Dozent den Eingangsbereich zum Geier-Restaurant an der Großvogelvoliere des Allwetterzoos originell gestaltet. Foto: hpe

Die Szenerie mitten im Allwetterzoo neben der Großflugvoliere wirkt auf den ersten Blick beängstigend: Geier zerfleischen den Kadaver einer Kuh, ein dritter Aasfresser schaut interessiert zu und wartet auf sein Stücken von der Beute.

Das tierische Ensemble ist allerdings völlig harmlos und nur eines von vielen Werken des Zoo-Künstlers Prof. Dr. Ulrich Martini. Der ehemalige Kunstpädagoge hat in den vergangenen Jahren im Tierpark am Aasee sichtbar Spuren hinterlassen, für den heute 79-Jährigen ist die Kunst ein probates Mittel, auch junge Menschen für die Tierwelt zu begeistern.

Die „Geier zum Anfassen“ im kleinen Restaurant mit Selbstbedienung in Nachbarschaft zu den Raubvögeln fasziniert ihn dabei immer wieder. „Der Zoo wildert inzwischen wieder aufgezogene Gänsegeier im Balkangebirge aus, ich will mit meinen Exponaten den Artenschutz sichtbar machen.“

Sechs Monate für die Geierfamilie

Erfahrungen sammelte Martini als junger Mann beim Bau von Karnevalswagen in Mainz. Seine Geier sind fast baugleich. Auf ein massives Stahlgerüst kommt feiner Draht, der dann mit Stoff bespannt wird. Danach pinselt Martini seine Tierchen mit Kunstharzlack ein, bevor er sie wie die lebenden Vorbilder bemalt.

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Ausstellung im Bärenhaus. Foto: hpe

Sechs Monate lang richtete er sich dafür ein kleines Atelier im Zoo-Gewächshaus ein, dann war die Geierfamilie fertig. „Eine tolle Zeit“, erinnert sich Martini. Der langjährige Fachhochschul-Dozent im Bereich Sozialwesen ist seit 1972 für „seinen Lieblingszoo“ schöpferisch aktiv.

Schaubilder im Bärenhaus

Zunächst waren es Minitiere in Streichholzschachteln, dann Vitrinen mit Bäumen und Bachläufen. „Natur pur“, so Martini. Im Bärenhaus findet man heute 40 humorvolle Schaubilder. Sie zeigen hinter Glas sportliche Bärchen, die im Deutschland-Achter rudern, Dr. Brumm im Chemielabor, den Tatzentüftler im Computerraum oder die Bärentruppe im Gasthaus „Leve“ am Stammtisch.

Die kleinen Exponate aus Plüsch, Metall und Seife hat er aus ganz Deutschland bekommen. „Für Kinder ein Anziehungspunkt, viele kommen extra wegen dieser einzigartigen Bärenschau zu uns“, so Zoosprecherin Stefanie Heeke.

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Bären im Zirkus: Ein Schaubild von Prof. Martini Foto: hpe

Kreative Vielfalt

Im Eingangsbereich hat Martini originell gestaltete Frösche aufgebaut, an der Tigeranlage hängt ein großes Bild mit heimischen Tierarten, die rund um den Zoo leben und für das Löwenhaus hat er Bilder gemalt, bei den die Köpfe etwas verfremdet wurden. Im Großkatzen-Outfit sind beispielsweise Donald Duck und die Simpsons zu sehen. „Kunst muss immer auch Augenzwinkern sein“, sagt Martini.

Auch bei der Spielplatzgestaltung im Zoo wirkte er mit. „Ich fühle mich hier einfach wohl und mach das gern“, so Martini. Im nächsten Projekt sind Tierzeichnungen vorgesehen. „Seine kreative Vielfalt begeistert uns, wir sind schon sehr gespannt, was da Neues entsteht“, so Heeke.

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Martinis Exponate sind gerade für Kinder ein Anziehungspunkt. Foto: hpe

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