Digitale Lehre im Hochschulstudium wird gefördert
Rückmeldung per Smartphone

münster -

Dreifacher Erfolg für die Universität Münster: Im Rahmen des Programms „Fellowships für Innovationen in der digitalen Hochschullehre“ fördern das Landes NRW und der Stifterverband drei Projekte an der WWU.

Montag, 10.12.2018, 10:00 Uhr
Der Mathematiker Christian Serpé (großes Bild), der Ökonom Christian Müller (kl. Bild oben) und die Geografin Saskia Weitekamp werden mit ihren digitalen Konzepten für die Lehre nun gefördert. Foto: WWU

Die Vorlesung als Video, erläuternde Filme und Präsentationen zu einem Seminar im Netz, digitale Literatur zu Lehrveranstaltungen, interaktive Lehre über einen Chat mit Dozenten: Hochschullehre hat zwar immer noch viel mit körperlicher Anwesenheit in Hörsaal und Bibliothek, auch mit Kreide und Tafel zu tun, Wissensvermittelung findet aber auch zunehmend mit digitalen Angeboten statt.

In dieser Hinsicht hat die Westfälische Wilhelms-Universität (WWU) jetzt gleich mehrfach Erfolg eingeheimst. Im Rahmen des Programms „Fellowships für Innovationen in der digitalen Hochschullehre“ fördern das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) und der Stifterverband drei Projekte an der WWU. Die Höhe der Projektförderungen beträgt zusammen fast 80 000 Euro. „Die drei erfolgreich bewilligten Projekte sind richtungsweisend dafür, wie die Präsenzlehre und digitale Lehr- und Lernformen konsequent miteinander verzahnt werden können“, betont Prof. Dr. Regina Jucks, Prorektorin für Studium und Lehre, und stellt damit heraus, dass digitale Lehre die Live-Vorlesung nicht ersetzen kann.

Eines der vorbildlichen Projekte nennt sich „Mikro2go – Mikroökonomie zum Mitnehmen“ von Prof. Dr. Christian Müller von der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Es ermöglicht Studierenden der wirtschaftswissenschaftlichen Grundlagenveranstaltung Mikroökonomie ein strukturiertes, individuelles und flexibles Selbststudium. Die Wiederholungsfragen zur Vorlesung sind smartphone-optimierte wöchentliche Tests, in denen die Inhalte aus der letzten Vorlesung wiederholt werden. In verschiedenen Frageformaten erhalten die Studierenden eine direkte Rückmeldung zu ihrem Wissensstand sowie entsprechende Erklärungen, berichtet die WWU in einer Mitteilung.

Das ebenfalls nun geförderte Lehr-Projekt des Mathematiker Christian Serpé trägt den etwas spröden Namen „Inverted Classroom basierter Übungsbetrieb in mathematischen Anfängervorlesungen“. „Der Übergang von der Schule zur Hochschule stellt gerade im Bereich der Mathematik für viele Studierende eine große Herausforderung dar. Dies liegt zum einen an der anderen Art, Mathematik zu betreiben, und zum anderen an unterschiedlichen Lehrformen an der Universität im Vergleich zur Schule“, erklärt Christian Serpé. Die Anfängervorlesungen hat er durch digitale Hilfsmittel neu gestaltet. Digitale Musterlösungen ersetzen die Besprechung von mathematischen Aufgaben in den Übungsgruppen und stellen sicher, dass die Studierenden in der für sie individuell notwendigen Ausführlichkeit die Lösungen der Übungsaufgaben erhalten.

Saskia Weitekamp vom Institut für Didaktik der Geographie, Fachbereich Geowissenschaften, leistet in seinem preisgekrönten Konzept die Verknüpfung von Fachwissenschaft und Fachdidaktik durch E-Learning in der Geographie: Im Projekt wird ein konsequent E-Learning-gestütztes Veranstaltungsformat im Lehramtsstudiengang „Master of Education“ im Fach Geografie entwickelt, praktisch erprobt und evaluiert. Dabei wird ein Konzept für Vorlesungs- und Seminarbestandteile entwickelt und es werden fachwissenschaftliche und fachdidaktische Ansätzen verzahnt.

Die WWU-Wissenschaftler sind drei von 43 Hochschullehrern unterschiedlichster Fachrichtungen an NRW-Hochschulen, die nun bei der Einführung digitaler Lehr- und Lernformate unterstützt werden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6246065?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Stadt will bald Pläne für neue Gesamtschule vorlegen
Die jetzige, nur spärlich frequentierte Sekundarschule im ehemaligen Schulzentrum Roxel, wäre aus Sicht der münsterischen Schulpolitik ein idealer Standort für eine Gesamtschule. Die Gemeinde Havixbeck sieht das anders.
Nachrichten-Ticker