„Nein“ zur Milieuschutzsatzung
„Erster Platz im Aussitzen von Problemen“

Münster -

Was tut die Stadt gegen die Verdrängung in Münster? Die bis heute fehlende Milieuschutzsatzung sorgte für Streit im Rat. Im Mittelpunkt stand dabei vor allem das Hansa- und Hafenviertel.

Freitag, 14.12.2018, 12:00 Uhr aktualisiert: 14.12.2018, 14:20 Uhr
Die bis heute fehlende Milieuschutzsatzung sorgte für Streit im Rat. Im Mittelpunkt stand dabei vor allem das Hansa- und Hafenviertel. Foto: Matthias Ahlke

Münster hat schon viele Preise gewonnen, aber wenn es nach der SPD-Ratsfrau Maria Winkel geht, müsste noch einer hinzu kommen: „Erster Platz im Aussitzen von Problemen“. Winkel bezog dies auf die bis heute fehlende Milieuschutzsatzung, obwohl die viel kritisierte Gentrifizierung in Münster unübersehbar sei.

Anlass für die Debatte über dieses Thema war der im Rat vorgestellte Bericht zum blumigen Thema „Vom Umwandlungsmonitoring zum Quartiersdialog“. Dabei geht es um ein Pilotprojekt für den Hafen und das Hansaviertel.

Umwandlung von Mietwohnung in Eigentum

Der grüne Bürgermeister Gerhard Joksch hielt die Kritik entgegen, dass eine Milieuschutzsatzung der Stadt zwar – unter engen Voraussetzungen – das Recht gebe, eine Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen zu verhindern. Sie verhindere aber keine Mietsteigerung.

Ganz abgesehen davon sei die Zahl der Umwandlungen im Hansaviertel zu gering, um aktiv werden zu können, verwies Joksch auf die Zahlen der Stadtverwaltung.

Wenn es um das Hansaviertel geht, glaube ich der Stadtverwaltung kein Wort mehr.

Rüdiger Sagel

Diese Äußerung rief den erbosten Sprecher der Linken, Rüdiger Sagel , auf den Plan: „Wenn es um das Hansaviertel geht, glaube ich der Stadtverwaltung kein Wort mehr.“

Sagel hielt den Grünen vor, eigentlich Befürworter einer Milieuschutzsatzung sein, aus Loyalität gegenüber dem Bündnispartner CDU diesen Schritt aber nicht zu gehen. „Die Realität zu verdrängen, ist aber keine Politik“, warnte Sagel vor den Folgen.

Besonders ärgerte sich der Linke darüber, dass das schwarz-grüne Ratsbündnis nicht bereit sei, 1,5 Stellen in der Stadtverwaltung einzurichten, die erforderlich wären, um eine Milieuschutzsatzung mit Leben zu füllen. Zugleich aber stelle die Stadt immer mehr Quartiersmanager ein.

Abriss der Osmo-Hallen: Wie sich das Gesicht des Hafens ändert

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    Abschied von den Osmo-Hallen: Ein großer Teil des alten Industriegebäudes ist bereits abgerissen.

    Foto: Oliver Werner
  • Auf der freien Fläche am Wasser plant die LVM einen Gebäudekomplex mit Büros, Restaurants und Wohnungen. Auf dem Nachbargrundstück (rechts) wollen Andreas Deilmann und Rainer M. Kresing...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ...Wohnungen bauen. Es handelt sich um die weißen Gebäude auf diesem Plan der Stadt Münster.

    Foto: Stadt Münster
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    Im Münster-Modell stehen die Neubauten am Hafen schon. Beim LVM-Gebäude in der Mitte sind schon viele Details zu erkennen. Links davon ist die geplante Erweiterung des Coppenrath-Verlags, rechts die des Kuhr-Speichers zu sehen. Das braune Gebäude am linken oberen Rand ist das im Bau befindliche Hafencenter.

    Foto: Oliver Werner
  • Das über die Wasserkante hinausragende Dach der Osmo-Hallen wird als Wahrzeichen des Hafens in abgeänderter Form erhalten bleiben. Darunter will die LVM eine überdachte, öffentlich zugängliche Freifläche errichten.

    Foto: Oliver Werner
  • Während der Bereich zwischen Wasserkante und Hafenweg fast schon komplett freigeräumt ist, haben die Arbeiten bei den hinteren Hallenteilen noch gar nicht begonnen.

    Foto: Oliver Werner
  • Da es für das Projekt von Deilmann und Kresing, das sich vom Hafenweg bis zur Schillerstraße erstreckt, noch kein Baurecht gebe, werde auch jetzt noch nicht abgerissen, heißt es.

    Foto: Oliver Werner
  • Die hinteren Hallenteile werden laut Deilmann-Projektentwicklung „frühestens in zwei Jahren″ abgerissen.

    Foto: Oliver Werner
  • Das LVM-Projekt ist da schon wesentlich weiter.

    Foto: Oliver Werner
  • Nur ein Teil der Halle des ehemaligen "Heaven" (im Hintergrund) steht noch.

    Foto: Oliver Werner
  • Zudem müssen noch einige Teile der Dachkonstruktion über dem Hafenweg entfernt werden.

    Foto: Oliver Werner
  • Bis Anfang September soll die alte Halle auf dem LVM-Gelände komplett demontiert sein.

    Foto: Oliver Werner
  • Auch auf der anderen Hafen-Südseite (links) ändert sich gerade einiges.

    Foto: Oliver Werner
  • Diese Lagerhalle im Eigentum der Stadtwerke verschwindet.

    Foto: Oliver Werner
  • Auch das Bürogebäude des früheren Gefahrgutlagers Lehnkering wird abgerissen. Damit wolle man Vandalismus zuvorkommen, sagt Stadtwerke-Pressesprecher Florian Adler. Für die alte Betonhalle von Lehnkering gibt es andere Pläne...

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Vollkorn-Bäckerei Cibaria will dort eine gläserne Backstube bauen.

    Foto: Entwurf Archplan, Visualisierung Loom
  • Wenn alles glatt läuft, soll auf der Südseite zudem ab Ende 2019 eine 700 Meer lange und bis zu 15 Meter breite Promenade entstehen. 

    Foto: Matthias Ahlke
  • Entlang der Hafenkante soll ein Geländer für Sicherheit sorgen. Clou des Entwurfs: zwei Sonnenterrassen, die über dem Wasser schweben.

    Foto: scapa - landschaftsarchitekten
  • Auf der Südseite hat sich in den letzten Jahren ohnehin schon mehr getan als gegenüber: (V.r.n.l.) Das Wolfgang-Borchert-Theater ist in den umgebauten Flechtheimspeicher gezogen. Auch der Rhenusspeicher wurde kernsaniert. Neu ist der Bürokomplex "Dock 14", in dem ein Dutzend Firmen untergebracht sind.

    Foto: Oliver Werner
  • Daneben hat der "SuperBioMarkt" eine neue Zentrale gebaut. 

    Foto: Oliver Werner
  • Schließlich hat die Hafenkäserei eine Heimat in Münster gefunden.

    Foto: Oliver Werner
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