Vergewaltigung: Prozessauftakt
Angeklagtem droht Sicherheitsverwahrung

Münster -

Auf dem Heimweg beim Joggen wollte sie noch Brötchen vom Bäcker mitbringen. Doch dann wurde die 41-Jährige vergewaltigt. Der Täter muss sich für das Verbrechen aus dem Juli 2018 nun vor dem Landgericht verantworten.

Freitag, 11.01.2019, 10:00 Uhr
  Foto: dpa

Auf dem Heimweg beim Joggen wollte sie noch Brötchen vom Bäcker mitbringen, um mit ihrem Mann und den Kindern zu Hause zu frühstücken. Doch bevor die 41 Jahre alte Hiltruperin dort ankam, wurde sie von einem Fremden in den Straßengraben gezerrt, an den Haaren über den Boden in den nahen Wald gezogen, dann mehrfach vergewaltigt und schwer misshandelt.

Dieses Verbrechen am 14. Juli 2018 wird seit Donnerstag am Landgericht strafrechtlich aufgearbeitet. Als Täter angeklagt ist ein 36 Jahre alter Hilfsarbeiter aus Polen. Die Frau selbst ist Nebenklägerin. Sie war beim Prozessauftakt nicht anwesend, jedoch ihr Ehemann und Freunde. Von ihrem „schwersten Einsatz in 32 Dienstjahren“ sprach eine Polizistin, die die Frau nach der Tat versucht hatte zu beruhigen.

Hauptthema war die Todesangst

„Sie weinte sehr, zitterte am ganzen Körper, ich habe sie festgehalten.“ Die 41-Jährige „hatte Hämatome im Gesicht“, sagte die Beamtin. „Das Hauptthema war ihre Todesangst“, so die Polizistin zu den Schilderungen der Frau. Ihr sei während des Übergriffs offenbar „klar gewesen, dass sie nicht überleben“ werde. Daran habe der Täter „keinen Zweifel gelassen. Er würde sie töten, er habe nichts zu verlieren.“ Das Opfer wurde, so stellte es eine Ärztin fest, geschlagen und gewürgt.

An dem Samstagmorgen war die Joggerin vom Kappenberger Damm aus in die Straße Grafschaft eingebogen. Auf dem Fuß- und Radweg, so die Erkenntnisse der Ermittler, stellte sich ihr ein Mann in den Weg. Als die Frau umkehren wollte, hielt er sie am Arm fest und zog sie in den Graben. „Wenn ein Auto vorbeikam, drückte er ihren Kopf runter. Sie hatte Atemnot und Todesangst“, so die Polizistin zu den Angaben des Opfers.

Joggerin hat Geld angeboten

Befreien konnte sich die Joggerin, indem sie dem Täter Geld anbot, falls er sie gehen lasse. Dann hielt sie an der Straße ein Auto an, das Paar darin rief die Polizei. „Als wir ankamen, ist ein Mann weggelaufen“, erklärte die Fahrerin (25).

Eine andere Zeugin sah den Mann Minuten später aus ihrem Fahrzeug heraus. Zuvor waren ihr zwei Polizeiwagen und das Auto mit dem weinenden Opfer entgegengekommen. „Er rannte und sah sich nach rechts und links um“, erinnerte sich die 32-Jährige. Durch ihren Notruf konnte der Verdächtige – es war der Angeklagte – in der Nähe der Westfalenstraße gestellt werden.

36-Jähriger gibt Vergewaltigung zu

Der 36-Jährige gab die Vergewaltigung bei Gericht zu. Der Staatsanwalt erklärte in seiner Anklage, dass im Falle einer Verurteilung im Anschluss an eine Haftstrafe „Sicherheitsverwahrung“ für ihn infrage komme. Denn in Polen war der Mann vor Jahren bereits wegen einer Vergewaltigung verurteilt worden.

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