Medizin
Einige Ärzte verlangen Ausfallhonorare bei verpassten Terminen

Münster -

Viele Patienten lassen Arzttermine ungenutzt verstreichen. Einige Ärzte sind wegen des Organisationsaufwandes und der entstehenden Kosten dazu übergegangen, Ausfallhonorare zu berechnen. Die Rechtslage ist derzeit allerdings unklar.

Montag, 04.03.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 04.03.2019, 07:12 Uhr
Wenn Patienten zum abgemachten Termin beim Arzt einfach nicht erscheinen, entstehen unnötige Leerläufe, ein erhöhter Organisationsaufwand und Kosten. Foto: dpa

Es ist vor allem in Facharztpraxen ein tägliches Ärgernis: Patienten erscheinen nicht zum vereinbarten Termin. Leerlauf und Verdienstausfälle sind die Folge. Deshalb sind manche Ärzte dazu übergegangen, Ausfallhonorare zu berechnen. Von bis zu 40 Euro ist die Rede. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen Lippe (KVWL), die die Interessen von 15.000 niedergelassenen Hausärzten, Fachärzten und Psychotherapeuten vertritt, rät ihren Ärzten jetzt indes, von dieser Maßnahme abzusehen, wie deren Sprecherin Vanessa Pudlo auf Anfrage unserer Zeitung erklärt. Denn: „Die Rechtslage ist nicht klar.“

Ob ein Patient, der einen Arzttermin verpasst hat, ein Ausfallhonorar zahlen muss, wurde von Gerichten in einigen Fällen unterschiedlich beurteilt und hänge vom Einzelfall ab, betont auch die Verbraucherzentrale NRW. Die Empfehlung an Patienten: „Sagen Sie Arzttermine, die Sie nicht wahrnehmen können, so früh wie möglich ab und vereinbaren Sie bei Bedarf direkt einen neuen Termin.“ Bei festen Terminen sollte die Absage schriftlich erfolgen, damit diese belegt werden kann.

„Wir berechnen 25 Euro“

Eine Vorgehensweise, die viele Patienten offensichtlich in Münster nicht verinnerlicht haben. Ein Problem, über das man sich auch in der Orthopädie-Praxis Dr. Wendt ärgert. „Wir hatten schon Nachmittage, an denen mehrere Patienten mit Terminen einfach nicht gekommen sind.“ Zum Nachteil für jene Patienten, die wochenlang auf einen Termin warten. Eine Ausfallgebühr werde allerdings nicht verlangt. Wer plötzlich krank werde, könne natürlich am selben Tag absagen. Aber bei absehbaren Verhinderungsgründen „wäre es schon schön, wenn wir zwei, drei Tage vorher Bescheid wüssten“, heißt es.

In seinen Patienteninformationen macht Zahnarzt Dr. Laurenz Kirchner schon im Vorfeld der Behandlung darauf aufmerksam, dass Termine, die nicht rechtzeitig abgesagt werden, in Rechnung gestellt werden. „Wir berechnen 25 Euro“, so eine Mitarbeiterin. Allerdings werde dieser Betrag selten verlangt – nur bei jenen Patienten, die wiederholt unentschuldigt Termine verpassen.

Servicestellen vermittelten 27.800 Termine

Um Patienten schneller einen Termin bei einem Facharzt zu ermöglichen, gibt es seit 2016 bei den Kassenärztlichen Vereinigungen Termin-Servicestellen. „Im vergangenen Jahr wurden so in Westfalen-Lippe 27.800 Termine vermittelt“, resümiert Pudlo. Ein Angebot, das verstärkt von Patienten genutzt werde. Der Vorteil: Wenn der Hausarzt eine dringliche Überweisung ausstelle, werde innerhalb von vier Wochen ein Termin beim Facharzt vermittelt. „Zwar nicht zum Wunscharzt“, wie Pudlo einräumt, dafür aber zeitnah.

Die Termin-Servicestelle vermittele Termine bei Fachärzten und Psychotherapeuten, die über freie Kapazitäten verfügen, in zumutbarer Entfernung.

Die häufigsten Terminanfragen über die KVWL-Termin-Servicestelle gab es laut Pudlo im vergangenen Jahr für Psychotherapeuten, Nervenärzte, Internisten, Radiologen und Orthopäden.

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