Serie: Europa lebt in Münster
Mehr Offenheit seit EU-Beitritt

Münster -

Am 26. Mai wird das Europa-Parlament gewählt. Wir stellen in einer Serie bis zum Wahltermin täglich Münsteraner aus den EU-Ländern vor. Durch sie lebt Europa in Münster. Für die Slowenin Dr. Maja Matis ist Münster ein gutes Pflaster.

Dienstag, 14.05.2019, 09:00 Uhr
Manchmal fehlt Maja Matis ein richtig knackiger Winter, aber ansonsten fühlt sich die Slowenin sehr wohl in Münster. Foto: Pjer Biederstädt

Die Vegetation ist vergleichbar, vielleicht fühlt sich Dr. Maja Matis deshalb so wohl. „In Münster sieht es ein bisschen aus wie in meiner slowenischen Heimat“, sagt die Entwicklungsbiologin. Sie kommt aus der 19 000-Einwohner-Stadt Murska Sobota ganz im Nordosten des Landes. Doch dort lebt sie schon seit fast 15 Jahren nicht mehr.

2005 ging die 43-Jährige Wissenschaftlerin, die im Exzellenzcluster „Cells in Motion“ an der Uni Münster im Bereich Biomedizin arbeitet, für eine Stelle in die USA. An der kalifornischen Stanford University lernte sie ihren Mann – einen Schweizer – kennen. Nach acht Jahren wollten sie wieder dichter dran sein an ihrer Heimat und entschieden sich für Deutschland. Fünf Jahre ist das nun schon her. So lange leben sie mit ihren beiden Kindern in Münster. Gesprochen werden im Hause Matis Slowenisch, Englisch und Deutsch. Die älteste, zehnjährige Tochter übersetzt schon mal simultan, schließlich spricht sie alle drei Sprachen fließend.

Nicht so nationalistisch wie Ungarn

Das Wissenschaftler-Paar will sich auf Professoren-Stellen bewerben. „In Deutschland wird europaweit am meisten in die Forschung investiert, deshalb gibt es mehr Stellen“, hofft Maja Matis auf einen Verbleib im Land.

Auch wenn sie schon eine Weile nicht mehr in Slowenien wohnt, hat sie doch guten Kontakt nach Hause. In allen größeren Ferien geht es gen Osten, täglich liest sie die slowenische Tageszeitung online. „Slowenien hat sich durch den Beitritt zur EU 2004 geöffnet. Vorher war die Gesellschaft recht homogen, jetzt ist sie durchmischter“, sagt Maja Matis. Die Stimmung sei aber eine andere als im nationalistischer geprägten Nachbarland Ungarn. „Ich denke, dass die Mehrheit der Slowenen bei einem Votum für den Verbleib in der EU stimmen würde“, ist sich Maja Matis sicher.

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